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Peugeot 4007: Der Löwe für den Dschungel der Großstadt

Hamburg (dpa-infocom) - Es hat zwar ein paar Jahre länger gedauert, doch nun haben auch die französischen Hersteller den anhaltenden Trend zum freizeitorientierten Geländewagen erkannt.

Während Renault am Koleos noch arbeitet, haben die beiden Schwestermarken Peugeot und Citroën ihren ersten echten Allradler in der Firmengeschichte bereits auf dem Markt. Doch ganz waschecht sind die Franzosen nicht: Denn was sie als Peugeot 4007 oder Citroën C-Crosser verkaufen, ist streng genommen ein verkleideter Mitsubishi Outlander mit individuellem Design und eigenen Motoren, kooperieren doch die beiden Marken bei dieser Geländewagenreihe mit dem japanischen Hersteller und übernehmen dabei wesentliche Komponenten.

Gelungene Camouflage

Diese Camouflage ist den Peugeot-Designern gut gelungen. Denn als 4007 trägt der Outlander alle Insignien der Löwenmarke: Vorn reißt er den Kühler auf wie einen gewaltigen Schlund. Allerdings haben ihn die Designer sicherheitshalber mit einem verchromten Gitter geschlossen. An den Flanken zeigt der 4007 mit breiten Ringen um den Rädern kräftige Muskeln und das Heck rückt mit großen, geraden Flächen in die Nähe eines Kombis. Dazu gibt es beim Topmodell Platinum noch ein paar feine Chromleisten um die getönten Fenster, die dem Allradler einen noblen Anstrich geben.

Ein Hauch von Luxus in der Kunststoffwüste

Innen haben die Franzosen nicht ganz so viel Geschick bewiesen: Zwar bringen Lederpolster und Zierblenden einen Hauch von Luxus. Doch das kann nicht kaschieren, dass der Innenraum eher eine Kunststoffwüste ist. Für Mitsubishi ist der Outlander sicher ein Fortschritt, doch von Peugeot ist man mittlerweile mehr gewohnt. Als Trost gibt es allerdings eine umfangreiche Ausstattung, zu der unter anderem die angenehme Sitzheizung und ein CD-Wechsler zählen. Gegen Aufpreis liefert Peugeot zudem eine moderne Infotainment-Anlage, die Navigationssystem, Bordcomputer, Kommunikationszentrale und digitale Musikbox in einem ist.

Viel Platz auf allen Plätzen

Frei von Kritik bleibt das Platzangebot in dem 4,64 Meter langen Geländegänger. Vorn sitzt man sehr bequem, die zweite Reihe kann man zugunsten der Beinfreiheit um acht Zentimeter verschieben. In der dritten, üblicherweise im Wagenboden verborgenen Reihe darf man jedoch nicht ernsthaft mehr als zwei Kinder- oder Notsitze erwarten. Auch das Ladevolumen hinter der horizontal geteilten Heckklappe geht mit 510 Litern bei normaler Bestuhlung in Ordnung.

Sitzaufbau so kompliziert wie eine Ikea-Küche

Unbefriedigend allerdings sind die Mittel, mit denen man sich die Variabilität erschließt. Das Umklappen der zweiten Reihe ist mit einem Knopfdruck noch ein Kinderspiel. Doch schon das Wiederaufrichten gleicht einer Trainingseinheit im Kraftraum. Und wer an den billigen Bändern die dritte Bank aus der Versenkung ziehen möchte, kann in der Zeit auch eine Ikea-Küche aufbauen. Nach zwei, drei Versuchen sei das ganz einfach, wiegeln der Hersteller ab. Doch zumindest der Erstkontakt ist eine komplizierte Prüfung, die in anderen Fahrzeugen leichter geht.

Ein maßvoller Zechbruder

Unter der Haube bietet Peugeot die Wahl zwischen einem zwei Liter großen Benziner mit 125 kW/170 PS oder dem Diesel, der nicht nur mit Blick auf den Verbrauch die bessere Wahl ist. Zwar hat der Motor nur 115 kW/156 PS, erreicht aber bis zu 380 Newtonmeter Drehmoment und ist in der Praxis deutlich kräftiger, als es die Theorie vermuten lässt. Er bleibt stets dezent im Hintergrund und braucht doch nur einen kräftigen Tritt aufs Gaspedal und eine geübte Hand an der Sechsgang-Schaltung, um den 4007 gehörig in Fahrt zu bringen: 9,9 Sekunden von Null auf 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h sind keine schlechten Werte für einen Geländewagen. Auch wenn der Normverbrauch von 7,2 Litern nur in der Theorie gehalten wird, darf der serienmäßig mit Partikelfilter bestückte 4007 als halbwegs maßvoller Zechbruder gelten.

Allrad nur, wenn es auch nötig ist

Übertragen wird die Kraft zugunsten eines günstigeren Verbrauchs zunächst nur auf die Vorderräder. Erst wer den großen Schalter auf der Mittelkonsole dreht, aktiviert den elektronisch geregelten Allradantrieb. Allerdings bleibt auch dann die Hinterachse nur auf Habacht-Stellung und wird erst stufenlos zugeschaltet, wenn vorn die Räder durchdrehen. Nur ein weiterer Dreh am Schalter fixiert die Kraftverteilung im Verhältnis 50:50 und lässt den Löwen souverän durch Schlamm und Schnee pflügen.

Fazit: Salonlöwe mit imposantem Auftritt

Wirklich nutzen werden die Kunden solche Fähigkeiten wohl nie, außer vielleicht auf dem Weg in den Skiurlaub. Doch zählt bei Geländewagen in unseren Breiten ohnehin eher der Schein als das Sein. Da ist der Salonlöwe mit seinem imposanten Auftritt allemal eine gute Wahl. Und wer nicht für 29 590 Euro in der Basis einsteigt, sondern sich den 8000 Euro teuren Luxus des Topmodells leistet, bekommt nicht nur den besseren Motor, sondern auch eine umfangreiche Ausstattung.

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