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Neues Gesetz

Pflegedienste fürchten Kostenexplosion

BOCHUM Mit Einführung der Altenpflegeumlage (APU) zum 1. Juli sollte eigentlich die Ausbildung von dringend gebrauchtem Pflegepersonal vorangetrieben werden. Pflegedienste schlagen jedoch Alarm: Die Umlage bewirke das genaue Gegenteil.

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Durch die neue Altenpflegeumlage wird die ambulante Pflege bald teurer - für Dienstleister und Patienten.

Christiane Breddemann, Pflegedienstleisterin und Dr. Thomas Hulisz, Geschäftsführer der Ambulanten Dienste der Augusta Kliniken Bochum Hattingen, befürchten mehr Kosten für weniger Leistungen.

Für Dr. Thomas Hulisz, Geschäftsführer der ambulanten Dienste, und Pflegedienstleiterin Christiane Breddemann ist die Sache klar: „Das Gesetz ist sicherlich gut gemeint, funktioniert aber nicht in der ambulanten Pflege.“ Alle Pflegedienste müssen ab sofort einen solidarischen Beitrag zur Ausbildung leisten.

Für die Augusta in Bochum kommt ein Betrag von 112 000 Euro jährlich zusammen. „Sehr viel Geld“, sagt Hulisz knapp. Bis jetzt hat der Pflegedienst Personalkosten von 25 000 Euro pro Jahr für zwei Azubis. Die Dienste können den erhöhten Betrag refinanzieren, wenn sie mehr ausbilden. Das sei jedoch nicht machbar. Pflegedienste wie die Augusta werden die zusätzliche Belastung daher an die Patienten weitergeben müssen, kündigt der Geschäftsführer an. Das sei im stationären Bereich kein Problem, wo mit dem Pflegetag gerechnet wird, beschreibt Hulisz. In der ambulanten Pflege sei das aber nicht möglich. Dort wird nach einem Punktesystem abgerechnet. Jede einzelne Leistung, zum Beispiel morgens Waschen, entspricht einem Punkt.

„Die Preise für die Leistungen werden steigen, die Pflegestufe der Patienten bleibt aber gleich“, beschreibt Hulisz. Die Krankenkassen übernehmen nämlich weiterhin den bisherigen Betrag. „Effektiv werden die Leistungen für den Patienten bei einer Refinanzierung in der ambulanten Pflege also sinken“, sagt der Geschäftsführer der Augusta. „Für uns bedeutet die Umlage, dass wir genau da sparen müssen, worauf wir immer sehr stolz waren: beim Personal“, fürchtet Hulisz. Bedeutet: Es werden weniger speziell ausgebildete und examinierte Fachkräfte eingestellt. Das Gesetz würde also das genaue Gegenteil von dem zur Folge haben, was eigentlich das Ziel war. Thomas Hulisz geht davon aus, dass auch andere Pflegedienstleister diesen Weg gehen müssen, um die Kosten stemmen zu können. Wer dann eine fundierte Ausbildung im Pflegebereich gemacht hat, könnte für die Unternehmen schnell zu teuer werden.

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