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Phoenix-See wird teurer - Ursachen sind 500 Jahre alt

7 Millionen Euro mehr als geplant

Der Phoenix-See ist für die Stadt Dortmund teurer als geplant. Die Kosten für den Kanalbau am Hörder Gewässer sind nachträglich um 7 Millionen Euro gestiegen. Die Ursachen dafür sind nicht nur eine Sache für Ingenieure, sondern auch für Historiker. Sie reichen nämlich bis in das 16. Jahrhundert zurück.

HÖRDE

, 21.03.2016
Phoenix-See wird teurer - Ursachen sind 500 Jahre alt

Der Phoenix-See in Hörde.

Es geht um die Erstattung von insgesamt 21,8 Millionen Euro, die für den Bau des Kanalnetzes von der Stadttochter DSW21 gezahlt wurden. Dies sind rund 7 Millionen Euro mehr als bisher veranschlagt. Grund dafür sind laut Stadt die Kosten für „bergbauliche Sicherungsmaßnahmen“.

Doch warum gibt es an dieser Stelle überhaupt Bergbauschäden - schließlich gab es auf dem Gelände des heutigen Phoenix-Sees nie eine Zeche? Ursache hierfür ist der so genannte tagesnahe Altbergbau. Das sind Stollen, die in der vorindustriellen Zeit etwa ab dem 16. Jahrhundert nahe der Oberfläche angelegt wurden. Anders als die späteren Stollen sind sie nicht auf Karten verzeichnet.

Im Falle des Phoenix-Sees wurde das Gelände im Vorfeld umfassend erkundet und Schächte verfüllt. Dies war die Voraussetzung dafür, dass das Gelände überhaupt bebaut werden durfte.

See kostete insgesamt 230 Millionen Euro

Der Phoenix-See ist auch finanziell ein Mammut-Projekt: Als 2013 die Vermarktung der Grundstücke am Südufer begann, teilt die Stadt mit: „Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 230 Millionen Euro. Knapp die Hälfte dieses Betrages muss über die Grundstückserlöse refinanziert werden. Die übrige Summe finanziert sich über die Fördermittel, die Anteile der Emschergenossenschaft sowie über städtische Eigenanteile. Das Ziel ist eine ausgeglichene Finanzierung des Phoenix-See Projekts“.

In der ursprünglichen Kalkulation war die Stadt von 180 Millionen Euro ausgegangen. Die Zusatzkosten waren 2009 bekannt geworden. Die Ursache waren auch damals Bergbaufolgen, tief liegende Fundamente, die im See-Grund entdeckt wurden und beseitigt werden mussten. Dadurch verzögerte sich die Eröffnung um ein Jahr.

Betrieb kostet 700.000 Euro pro Jahr

Die Stadt hat den See 2010 offiziell von DSW21 zurückgekauft. Gesamtwert: 62 Millionen Euro. Laut Stadt sind die laufenden Kosten des See „im Wesentlichen Aufträge an Dritte für Sicherheitsdienstleistungen, Abfallentsorgung/Reinigung und Gewässergütemonitoring und –bewirtschaftung“ - Höhe: rund 700.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen Kosten für Mitarbeiter der städtischen Verwaltung.

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