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Pikrin-Säure: Dritte Schule schlägt Alarm

ANNEN Das hochexplosive Pikrin hält die Experten des Landeskriminalamtes weiter in Atem. In Witten schlug eine dritte Schule Alarm, erstmals bat auch ein Apotheker um Hilfe

von Susanne Linka

, 14.08.2008
Pikrin-Säure: Dritte Schule schlägt Alarm

Bei Vergiftungen mit Säuren, Laugen oder anderen aggressiven Substanzen hilft es, dem Betroffenen kleine Schlücke Wasser oder Tee zu geben, damit das Gift verdünnt wird. Auf keinen Fall zum Erbrechen bringen. Auch Milch hilft entgegen der allgemeinen Vorstellungen nicht.

Ein nicht beschriftetes Fläschchen mit einer Chemikalie hat am Donnerstagmittag an der Wittener Holzkamp-Gesamtschule Pikrin-Alarm ausgelöst. Da es sich um getrocknete - und damit hochexplosive - Pikrinsäure handeln könnte, wurden wieder die Feuerwerker vom Landeskriminalamt bestellt. Sie waren bereits am Montag und Dienstag in der Ruhrstadt, um an einem Gymnasium und an einer Realschule die getrocknete Pikrinsäure kontrolliert zu sprengen. Es hatte sich einmal um ca. 20 Gramm, einmal um ca. 120 Gramm des gelben Pulvers gehandelt.  Diesmal geht es an der Holzkamp-Gesamtschule offenbar nur um einen Bodensatz. Ob die Feuerwerker auch diesmal sprengen, steht noch nicht fest - zumal in diesem Fall unklar ist, ob es sich wirklich um Pikrin handelt. Im betroffenen Schultrakt fand zunächst kein Unterricht mehr statt. Auch eine Apotheke hat gestern um Hilfe der LKA-Experten gebeten. Nach Feuerwehrangaben nutzen alle Apotheker Pikrin zur Qualitätssicherung ihrer Substanzen. Doch offenbar gibt es heutzutage auch modernere Methoden, sodass in der Engel-Apotheke ein kleiner Restbestand eingetrocknet ist. Da der Apotheker sein Fläschchen schon selbst im Freien sicher gelagert hat, geht dort der Verkaufsbetrieb normal weiter. Da die Sprengstoff-Experten des LKA zurzeit eine Fülle gleichartiger Einsätze haben, übernahm ihre Aufgabe in Witten die Bundespolizei. Sowohl an der Gesamtschule als auch an der Engel-Apotheke wurde die Chemikalie noch am Donnerstagabend kontrolliert gesprengt.