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Pink Floyd und Blockflöte: Fantasy-Reise mit Syrinx Call

Mainz. Frust ist, wenn ein Junge sich eine Gitarre wünscht und nur eine Flöte bekommt. Der Düsseldorfer Volker Kuinke hat die Zumutung in kreative Energie verwandelt und seine Flötentöne in Progressive-Rock-Klänge eingebracht.

Pink Floyd und Blockflöte: Fantasy-Reise mit Syrinx Call

Volker Kuinke entlockt der Flöte ganz eigentümliche Klänge. Foto: Hendrik Peusch/Syrinxcall

Die Nymphe ruft: Syrinx Call heißt die Musikgruppe um den Düsseldorfer Flötisten Volker Kuinke, die jetzt ihr zweites Album „The Moon On A Stick“ veröffentlicht hat.

In der griechischen Mythologie wird das Wasserwesen Syrinx vom Hirtengott Pan aus verschmähter Liebe in Schilfrohr verwandelt, aus dem dieser sich eine Flöte schnitzt. Eher nordisch als mediterran sind die zwölf Titel des Albums inspiriert. In Moll schwelgende Klänge verbinden Folklore und Artrock. Wer Fantasy-Filme mag, bekommt hier den Soundtrack fürs eigene Kopfkino.

Die Filmmusik zu einem Island-Film war denn auch der Anstoß für die Zusammenarbeit von Kuinke mit der Sängerin Isgaard und dem Produzenten Jens Lueck: „Ich war fasziniert von diesen Klängen und habe Kontakt zu ihnen aufgenommen“, erzählt der Musiker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben gemerkt, dass wir musikalisch auf einer Wellenlänge sind und so ist 2015 das erste Album entstanden, 'Wind in The Woods'.“

Atmen, Fühlen und Musizieren fließen bei Syrinx Call in einem großen Strom zusammen. Das liegt vor allem an der Blockflöte, die ungewöhnliche Verbindungen mit Gitarre, Schlagzeug, Keybaords, Streichern und den Stimmen von Isgaard und Kuinkes Frau Doris Packbiers eingeht. Im Titelstück „The Moon On A Stick“ zeigt die Blockflöte ein erstaunlich großes Spektrum von musikalischen Stimmungen, vom schwelgerischen Hauptthema bis zu treibenden Rockklängen.

Hier wird das besondere Verhältnis Kuinkes zu seinem Instrument hörbar. Es begann, als er mit etwa zehn Jahren eine Blockflöte von seinen Eltern geschenkt bekam. „Ich war vollkommen entsetzt - ich wollte natürlich viel lieber eine Gitarre.“ Aber seine Eltern meldeten den Jungen gleichzeitig bei der Musikschule an ihrem Wohnort Moers an - „es gab somit kein Entrinnen.“ Also habe er angefangen, sich mit diesem Instrument zu beschäftigen und „gemerkt, dass man sehr gut eigene Gefühle damit ausdrücken kann, durch den Atem, der in die Flöte dringt“.

Nach dieser Initialzündung habe er wie ein Besessener geübt, erinnert sich Kuinke. „Immer wenn ich Frust hatte, habe ich mir die Flöte geschnappt, eine Platte mit Rockmusik aufgelegt und dazu improvisiert.“ Für den heute 56-Jährigen waren Pink Floyd wichtig und Bands, die mit den Etiketten Progressive Rock oder Artrock versehen wurden. „Schließlich entstand der Wunsch, eigene Stücke zu schreiben und mit diesem Instrument einen besonderen Weg zu gehen.“

Kuinke sagt: „Ich bin jetzt da angekommen, wo ich immer hin wollte.“ Noch nicht erfüllt ist indes der Traum, mit dieser Musik auch einmal live auf Tournee zu gehen. Stattdessen gehen Syrinx Call auf Fantasiereisen, auch in die Musikgeschichte. Das Album endet mit „The Man In The Spotlight“, einer Hommage an Pink Floyd und „The Wall“.

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