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Pinterest hilft mit Pincodes beim Einkauf im Geschäft

Berlin. Bei Pinterest können Nutzer Fotos aus dem Netz in Online-Kollektionen speichern und in Bilder-Sammlungen stöbern. Vor anderthalb Jahren führte das Netzwerk einen Einkaufskorb zum Online-Shopping ein. Nun sucht Pinterest einen Zugang zu Produkten in der Offline-Welt.

Pinterest hilft mit Pincodes beim Einkauf im Geschäft

Über Pincodes sollen Pinterest-Nutzer beim Shopping künftig zu verknüpften Bildern oder Kollektionen geführt werden. Foto: Tobias Hase

Pinterest führt auch in Deutschland seine sogenannten Pincodes ein, mit denen Unternehmen Nutzer von physischen Produkten zu ihren Inhalten bei der Fotoplattform lotsen können. Die runden Codes können zum Beispiel auf Verpackungen, Preisschildern oder in Zeitschriften platziert werden.

Hält man ein Smartphone bei laufender Kamera-Funktion der Pinterest-App darauf, öffnen sich damit verknüpfte Bilder oder Kollektionen. Zusammen mit den Codes bringt Pinterest auch seine „Lens“-Funktion nach Deutschland: Wenn man einen Gegenstand mit der Kamera erfasst, werden aus dem Bildbestand des Dienstes ähnliche Objekte herausgesucht und angezeigt.

Pinterest versteht sich selbst als visuelle Suchmaschine, bei der man zum Beispiel nach Ideen für Wohnungseinrichtungen, Reisen, Kochen oder Basteln Ausschau halten kann. Nutzer können Bilder aus dem Internet in Kollektionen sammeln. Ein Großteil der Inhalte - „Pins“ in Pinterest-Sprache - wird inzwischen aber von Marken und Unternehmen hochgeladen. Für sie dient ein Bild oft als eine Art Schaufenster vor einem Link zu ihrer Website. In den USA experimentiert Pinterest auch mit Pins, in denen man direkt Artikel kaufen kann, ohne die App zu verlassen. Für sie gibt es in Deutschland noch keinen Starttermin.

Die Pincodes sollen zum Deutschland-Start über eine Kooperation mit drei Marken bekannter gemacht werden. Die Zeitschrift „Brigitte“ druckt die Codes in der Oster-Ausgabe, Maggi und der Inneneinrichtungs-Anbieter Urbanara platzieren die Codes jeweils in ihren Flaggschiff-Läden. „Wir arbeiten mit allen Start-Partnern an einer flächendeckenden Integration in diesem Jahr“, mit weiteren Unternehmen sei man in Gespräch, sagte Deutschlandchefin Jana Würfel zum Start der Funktion. Zugleich können alle Pinterest-Nutzer mit einem Business-Account kostenlos eigene Pincodes erstellen.

Pinterest hat rund 200 Millionen monatliche aktive Nutzer. Für Deutschland gibt es keine konkreten Angaben, es heißt lediglich, die Nutzerzahl sei im vergangenen Jahr um 50 Prozent gestiegen - und dann täglich 3,5 Millionen Ideen gepinnt würden. Die Inhalte bei der Lens-Suche werden zum Teil lokalisiert - so dass die Software beim ein und dem selben erfassten Objekt unterschiedliche Bilder zum Beispiel in den USA und Deutschland heraussuchen könnte.

In der jüngsten Finanzierungsrunde wurde Pinterest im Sommer 2017 laut Medienberichten mit gut zwölf Milliarden Dollar bewertet. Für das vergangene Jahr soll ein Umsatz von 500 Millionen Dollar angepeilt gewesen sein. Das Geld macht Pinterest im Geschäft mit Unternehmen, zum Beispiel auch über von ihnen als Werbung bezahlte Pins, die Nutzern unter andere Bilder gemischt werden. In Deutschland liege der Fokus noch nicht auf dem Geldverdienen, sagte Würfel.

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