Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

FIFA vor Okay für Video-Beweis bei WM

Pläne für aufgeblähte Großturniere bergen Zündstoff

Bogotá In Bogotá wird die FIFA eine bedeutsame Entscheidung treffen. Die Erlaubnis für den Video-Beweis bei der WM in Russland gilt als beschlossene Sache. Konfliktfrei wird das Treffen aber kaum ablaufen. Die wichtigsten Debatten.

Pläne für aufgeblähte Großturniere bergen Zündstoff

Präsident Gianni Infantino wird beim Treffen des FIFA-Councils hitzige Debatten zu moderieren haben. Foto: dpa

Trotz der Dauerdebatten in der Bundesliga geht es im Grunde nur noch um Details: Wenn das FIFA-Council um Weltverbandschef Gianni Infantino und DFB-Präsident Reinhard Grindel am Freitag (16.00 Uhr/MEZ) in Bogotá zusammenkommt, gilt das Okay der Funktionäre für die Anwendung des Video-Schiedsrichters bei der WM in Russland schon als ausgemachte Sache.

Viel brisanter ist die Diskussion um die von Infantino angestrebte nächste Aufblähung eines Fußball-Turniers. In der Bundesliga regt sich schon heftiger Widerstand gegen die präsidiale Idee einer Klub-WM mit 24 Teams mitten im Sommer.

Die UEFA-Abgeordneten sind in ihrer Ablehnung des Infantino-Plans nur scheinbar Verbündete der reichen europäischen Vereine. Deren Idee einer Global Nations League will den Klub-Vertretern überhaupt nicht gefallen. Wie der Konflikt entschärft werden kann, ist derzeit ein großes Rätsel.

Die wichtigste Debatten beim Treffen des FIFA-Councils in Bogotá:

VIDEOSCHIEDSRICHTER: Infantino will die Video-Schiedsrichter bei der WM. Also bekommt er sie auch. Nach der allgemeinen Erlaubnis durch das International Football Association Board Anfang März, stellt sich nur noch die Frage, welche Sicherheitsstufen die FIFA einbaut, damit das Video-Projekt nicht ausgerechnet bei der WM im Chaos endet. Grindel hat schon klar formuliert, dass er von Infantino Antworten will zum konkreten Ablauf, um verwirrende Szenen wie beim Confed Cup oder in der Bundesliga-Hinrunde zu vermeiden.

Bei der Auswahl von Video-Assistenten müsse die Qualität den Ausschlag geben, sagte Grindel nach Angaben des DFB. „Für mich ist wichtig, dass wir Video-Assistenten mit Erfahrung haben. Die Qualifikation ist entscheidend, nicht die Konföderation, aus der ein Video-Assistent kommt.“

Frankfurt Der Videobeweis ist das umstrittenste und meist diskutierte Thema dieser Fußball-Saison. Vor dem Beginn der Bundesliga-Rückrunde sagen DFB, DFL und die deutschen Schiedsrichter aber auch ganz klar: Der Videobeweis soll und wird nicht nur bleiben, sondern auch noch über die Bundesliga hinaus ausgeweitet.mehr...

So soll die Schulung der Video-Referees schnell vorangetrieben werden. Aussagen über einen möglichen Einsatz der Video Assistant Referees (VAR) im Kölner Bundesliga-Keller wurden von der FIFA dementiert. Dabei hat die Idee durchaus Charme; denn gerade die deutschen Assistenten sind nach vielen Anfängerfehlern weiter als ihre internationalen Kollegen.

Tendenz: 99 Prozent der Schiedsrichter-Entscheidungen seien mit Hilfe der VAR korrekt, behauptet Infantino. Die Council-Mitglieder werden ihrem Chef folgen und Grünes Licht für die Video-Referees bei der WM geben.



KLUB-WM: Die Erhöhung der WM-Teilnehmer auf 48 Teams hat Infantino konsequent durchgezogen. Jetzt will der FIFA-Boss die Klub-WM zu einem ernsthaften Event machen und künftig mit 24 Teams im Sommer spielen lassen, statt mit sieben im Dezember. „Ich denke, es wird im Sommer 2021 beginnen, alle vier Jahre mit 24 Teams, die Hälfte davon aus Europa in acht Gruppen à drei Mannschaften, dann Viertelfinale, Halbfinale und Finale“, beschrieb Infantino bereits seine Vision.

Sotschi Mit großer Freude registriert Bundestrainer Joachim Löw die positive Entwicklung bei Borussia Dortmunds Offensivakteur Marco Reus. Auch Andre Schürrle ist auf dem Weg zu alter Form. Ein anderer wichtiger Spieler wird bis Anfang Juni noch fehlen.mehr...

Der Hintergrund ist klar. Die FIFA braucht Geld. Eine Mega-Klub-WM wäre viel besser zu vermarkten, als das Miniturnier mitten im Winter. Doch der Widerstand formiert sich schon. Der FC Bayern wäre bei einer solchen Quote immer dabei. „Ich muss offen und ehrlich sagen, ich sehe langsam die FIFA und die UEFA in einer Situation, die, ich muss fast sagen, schamlos und aggressiv, die Gesundheit der Spieler gefährdet“, wetterte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Tendenz: Setzt sich Infantino wieder durch, wird die Mega-Club-WM beschlossen. Der Protest aus Europa kann aber womöglich nicht so einfach ignoriert werden, so dass eine Entscheidung möglicherweise auf den Sommer vertagt wird.

GLOBAL NATIONS LEAGUE: Die nächste Entwicklungsstufe der europäischen Nations League steht gar nicht auf der Council-Agenda. Und doch wird das Thema in Bogotá die Funktionäre beschäftigen. UEFA-Chef Aleksander Ceferin hat die Idee als möglichen Gegenentwurf zu einer größeren Klub-WM ins Spiel gebracht. Er muss aus strategischen Gründen die europäischen Vereine vor der Infantino-Idee schützen. Auf Gegenliebe stieß er mit seinem Vorstoß aber auch nicht. „Der Kalender ist randvoll mit Terminen, das ist jetzt schon grenzwertig. Ich bin der Auffassung, dass keiner der diskutierten Wettbewerbe notwendig ist“, sagte Leverkusens Sportdirketor Rudi Völler der Deutschen Presse-Agentur.

München Was machen eigentlich die Weltmeister von 2014? Lahm und Klose haben ganz aufgehört. Schweinsteiger und Podolski lassen die Karriere im Ausland ausklingen. Die spannende Frage aber lautet: Welche Champions von Rio nimmt Joachim Löw mit nach Russland zur geplanten Titelverteidigung?mehr...

Die Idee der Global Nations League (GNL) sieht allerdings gar keine zusätzlichen Termine vor. Der Nationalmannschaftswettbewerb soll nur ein weltweites Finalturnier bekommen, bei dem drei Europäer gegen die fünf Kontinentalmeister der anderen FIFA-Konföderationen in einem ohnehin für Länderspiele reservierten Zeitfenster spielen. Allein diese Idee ist aber schon eine Provokation für Infantino, da somit eine neue Mini-WM installiert würde, die der einzigen FIFA-Geldmaschine, der großen WM, Aufmerksamkeit und damit Sponsoren-Gelder streitig machen könnte.

Tendenz: In einem Kuhhandel könnten Club-WM und GNL gemeinsam durchgewunken werden. Das wäre ein Coup zu Lasten der europäischen Vereine. Wahrscheinlicher ist die Vertagung einer Entscheidung.



CONFEDERATIONS CUP: Deutschland wird für immer amtierender Confed-Cup-Sieger bleiben. Diese These scheint nicht gewagt, denn der WM-Testlauf hat keine Fürsprecher mehr. Schon bei der letzten Auflage im Sommer 2017 in Russland wurde deutlich, dass die FIFA daraus keinen finanziellen Nutzen schlagen kann. Logistisch macht eine WM-Generalprobe für Katar 2022 keinen Sinn. 

Tendenz: Das Acht-Nationen-Turnier der kontinentalen Champions wird als Manövriermasse für neue Wettbewerbe schnell abgewickelt.

Von dpa

Frankfurt/Main Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft soll ihr letztes Testspiel vor der Weltmeisterschaft gegen Saudi-Arabien bestreiten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist die Partie für den 8. Juni in Leverkusen geplant. Aus DFB-Kreisen verlautete am Dienstag beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt, dass nur noch Details mit dem Kontrahenten zu klären seien. mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Liverpool in der Champions League gegen AS Rom

Klopp-Team setzt auf Salah - Top-Torjäger gegen Ex-Klub

Liverpool Wenn der FC Liverpool im Halbfinal-Hinspiel der Champions League auf die Roma trifft, steht Mohamed Salah im Mittelpunkt. Der Top-Torjäger der Premier League spielte in der vergangenen Saison noch für die Italiener, ehe er für 42 Millionen Euro nach Anfield kam.mehr...

Jonas Hector bleibt in Köln

Vertrag bis 2023 beim 1. FC Köln - auch in Liga zwei

KÖLN Am Morgen nach dem Fast-Abstieg, den Tränen und dem bewegenden Dauerapplaus der Fans machte sich erst einmal die große Leere breit - doch riss Jonas Hector die Fans mit einem starken Zeichen aus der Trauer.mehr...

Mainz zittert weiter

FC Augsburg feiert nach 2:0 - 40-Punkte-Marke erreicht

AUGSBURG Der FC Augsburg hat beim Comeback von Torjäger Finnbogason mal wieder ein Heimspiel gewonnen. Der Lohn fürs 2:0 ist das achtes Bundesligajahr. Mainz muss weiter um den Klassenerhalt bangen.mehr...

Düsseldorf vor Bundesliga-Rückkehr

Kaiserslautern trauert nach 0:1 - Duisburg fast gerettet

DÜSSELDORF Eindrucksvoll beendet Liga-Primus Düsseldorf seine Pleiten-Serie und drängt auf die Bundesliga-Rückkehr. Kaiserslautern ist nach einer Heimniederlage so gut wie abgestiegen. Nur ein Wunder kann die „Roten Teufel“ noch vor dem Absturz in die 3. Liga bewahren.mehr...

Neue Hoffnung für den HSV

Hoffenheim zerlegt schwache Leipziger mit 5:2

BERLIN Während sich der FC Bayern locker auf das Halbfinale in der Champions League vorbereitet, schöpft der Hamburger SV neue Hoffnung. Im Kampf um die Europacup-Plätze fallen zwischen Hoffenheim und Leipzig gleich sechs Tore.mehr...

rnHavertz im Exklusiv-Interview

Bayer-Talent spricht über Schulhof, Herrlich und Klavier

LEVERKUSEN Seit einer Woche ist Kai Havertz (18) von Bayer Leverkusen der jüngste Spieler mit 50 Bundesliga-Einsätzen. Vor dem Topspiel in Dortmund hat Jürgen Koers mit dem Offensivtalent über den Sprung vom Schulhof ins Stadion, besessene Trainer und Entspannung am Klavier gesprochen.mehr...