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Erfinder des Kult-Spielzeugs

Playmobil-Chef Brandstätter gestorben

Zirndorf Es begann mit einem kleinen Ritter, einem Bauarbeiter und einem Indianer. Playmobil trat 1974 seinen Siegeszug durch deutsche Kinderzimmer an. Horst Brandstätter gab sie damals in Auftrag und führte die Firma an die Spitze der deutschen Spielwarenhersteller. Wie jetzt bekannt wurde, starb Brandstätter in der vergangenen Woche im Alter von 81 Jahren.

Playmobil-Chef Brandstätter gestorben

Der Playmobil-Chef Horst Brandstätter ist tot. Foto: Daniel Karmann

Playmobil-Chef Horst Brandstätter ist tot. Der 81-Jährige sei bereits am vergangenen Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Das teilte eine Sprecherin der Firma Geobra-Brandstätter am Firmensitz Zirndorf bei Nürnberg mit. Brandstätter war Alleineigentümer des Unternehmens. und hatte es bis zuletzt zusammen mit zwei Geschäftsführern geleitet.

"Seine Firma war seine Leidenschaft, sein Lebenswerk" heißt es auf der Website von Playmobil. Seit 1952 gehörte er zum Familien-Unternehmen. 

Schon 1974 Firmenchef

Brandstätter war bereits 1974 Firmenchef gewesen. Der ausgebildete Kunststoffformenmacher suchte damals unter dem Eindruck der Öl-Verknappung nach Alternativen zu rohstoffintensiven Produkten wie Wasserskiern, Booten oder großem Plastikspielzeug.

Er beauftragte seinen (2009 verstorbenen) Mustermacher Hans Beck damit, ein völlig neues Systemspielzeug zu entwickeln, das sich immer weiter ergänzen lässt. Die Vorgabe: maximaler Spielwert bei möglichst geringem Kunststoffverbrauch. Den Prototypen der Minispielfiguren präsentierte Beck ihm wenig später: Playmobil. Die Form der Figuren hat sich seit damals kaum verändert. Auf der Spielwarenmesse 1974 waren die Einkäufer zwar zunächst skeptisch, die Kinder dagegen sofort überzeugt: Über 2,8 Milliarden Figuren wurden bis Ende 2013 gefertigt. "Ihr Erfolg", sagte Brandstätter später, "hat uns damals vor der Pleite gerettet." 

Einkäufer waren skeptisch

Natürlich mussten sich auch die kleinen Plastik-Figuren dem Zeitgeist mehrfach unterwerfen. So ist der Plastik-Bierkasten aus dem Bauarbeiter-Set längst verschwunden - Arbeitssicherheit steht auch in Deutschlands Kinderzimmern hoch im Kurs. In der Mittelalter-Spielewelt sucht man den früheren Tanzbären vergeblich, nachdem Tierschützer vor Jahren die Marktplatzauftritte von Meister Petz als Tierquälerei gegeißelt hatten. Dafür gibt es seit einiger Zeit den Bankräuber auch als weibliche Variante. Schließlich - so die Botschaft der Spielzeug-Designer - ist Kriminalität keine männliche Domäne.

Seine Nachfolge hat Brandstätter bereits Zeit seines Lebens gesichert: "Ich habe meine Firma in eine Stiftung eingebracht, die mir als Eigentümerin nachfolgen wird. Mit der gemeinnützigen Stiftung fördern wir Kinder. Gleichzeitig wird das Unternehmen im Rahmen einer Unternehmensstiftung gesichert und nach meinen Vorstellungen weitergeführt."

"Geschichten in den Köpfen der Kinder"

Brandstätter hinterlässt eine Erfolgsgeschichte und allen weiteren Spiele-Entwicklern eine Idee. Er selbst sagte über sein erfolgreichstes Spielzeug: "Was Playmobil wert ist, sieht man als Erwachsener nicht sofort. Es sind die Geschichten, die in den Köpfen der Kinder entstehen."

dpa/dot

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