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Plötzlich Geisterfahrer: Was zu tun ist

Bad Windsheim (dpa/tmn) Passieren kann es theoretisch jedem Autofahrer: die falsche Auffahrt nehmen, und schon ist man als Geisterfahrer unterwegs. In so einem Fall gilt es, das Richtige zu tun.

Plötzlich Geisterfahrer: Was zu tun ist

Bei Martinsthal (Hessen) warnt ein Schild vor der falschen Autobahn-Auffahrt. Die meisten Geisterfahrer geraten nicht aus Versehen, sondern unter Drogeneinfluss auf die verkehrte Spur. Foto: Frank May

Wer plötzlich auf der falschen Auffahrt zur Autobahn gelandet und zum Geisterfahrer geworden ist, sollte das Auto weit am Rand abstellen und so schnell wie möglich den Wagen verlassen. «Auf keinen Fall sollte gewendet werden», sagte Joseph Harrer vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). In den meisten Fällen sortierten sich Geisterfahrer, in der Annahme, richtig unterwegs zu sein, aus ihrer Sicht rechts ein und landeten auf der eigentlichen Überholspur. «Dort passieren die meisten Unfälle im Zusammenhang mit Geisterfahrern.»

Aus der Perspektive der Falschfahrer gelte: «So weit wie möglich rechts ranfahren.» Für den Fall, dass Betroffene ihr Fehlverhalten schon am Ende der eigentlichen Ausfahrt bemerken, also bevor sie die Autobahn oder mehrspurige Straße überqueren, sollten sie Harrer zufolge schleunigst auf dem Standstreifen anhalten.

Sobald das Auto steht, seien Geisterfahrer rechtlich dazu verpflichtet, das Warnblinklicht anzuschalten, das Warndreieck aufzustellen und die Polizei zu rufen. «In der Praxis sieht das aber meistens anders aus. Die Fahrer vermeiden den Anruf aus Angst vor Strafe und versuchen zu wenden», erläuterte der ARCD-Sprecher. Auf Geisterfahrten stehe in der Regel der Führerscheinentzug.

Besteht beim Aufstellen des Warndreiecks Gefahr für Leib und Leben, sollten sich Autofahrer laut Harrer direkt in Sicherheit bringen. «Meistens bietet der Bereich zwischen den Leitplanken auf dem mittleren Grünstreifen den besten Schutz.»

Dem ARCD zufolge stammt die aktuellste Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) über Geisterfahrer aus dem Jahr 2006 und wurde für sechs Bundesländern erhoben. «Demnach waren Geisterfahrer an 0,3 Prozent der Unfälle mit Personenschaden auf Autobahnen beteiligt», sagte Harrer.

Für die Hauptreisezeit im Sommer erwartet der ARCD wieder steigende Fallzahlen. «In den meisten Fällen wenden Autofahrer oder setzen zurück, wenn sie eine Ausfahrt verpasst haben», erklärte Harrer. Dass Autofahrer aus Versehen die falsche Auffahrt nehmen und so zum Geisterfahrer werden, ist demnach eher die Ausnahme. In der Regel sind Fahrer laut dem ARCD in so einem Fall betrunken oder stehen unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten.

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