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Ein Jahr nach Charlie Hebdo

Polizei erschießt Mann mit Sprengstoffattrappe in Paris

PARIS Vor einem Pariser Polizeikommissariat ist am Donnerstag - genau einem Jahr nach den Anschlägen auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" - ein Mann niedergeschossen worden, er trug die Attrappe einer Sprengstoffweste und war mit einem Messer bewaffnet.

Polizei erschießt Mann mit Sprengstoffattrappe in Paris

Polizisten vor der Wache in Paris.

Am Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ hat die Pariser Polizei einen Mann mit einer Sprengstoffgürtel-Attrappe niedergeschossen. Der Angreifer sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe „Allah ist groß“ gerufen, sagte der Sprecher des französischen Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, am Donnerstag im Sender BFMTV. Nach ersten Informationen hatte er versucht, in ein Polizeikommissariat im Norden der französischen Hauptstadt einzudringen.

Brandet erläuterte zunächst, dass der Angreifer einen Gegenstand bei sich trug, bei dem es sich möglicherweise um einen Sprengstoffgürtel handeln könnte. Bombenexperten rückten an und gaben bald Entwarnung: Das Objekt stellte sich als Attrappe heraus.

Sprengstoff wurde nicht gefunden

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise meldete, bestand sie aus einer Tasche mit Klebeband, aus der ein Kabel herausragte. Es sei aber kein Sprengstoff gefunden worden. Der Mann, der von einem Sprengstoffroboter untersucht worden war, lag leblos auf dem Bürgersteig. „Es ist viel zu früh, um von einem Terrorakt zu sprechen“, sagte Brandet dem Sender France Info. „Man muss vorsichtig sein. Es handelt sich um einen Angriff.“

PARIS Verheerende Terroranschläge haben 2015 Frankreich erschüttert und halten das Land bis heute in Atem. Ob Anfang des Jahres die Anschläge auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" oder die Terroranschläge von Paris im November, bei denen 130 Menschen ums Leben kamen. Wir zeigen das Geschehene im Überblick.mehr...

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Der Tatort nahe dem bei Touristen beliebten Viertel Montmartre wurde weiträumig abgesperrt, Innenminister Bernard Cazeneuve begab sich dorthin.

Bei den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“, eine Polizistin und einen koscheren Supermarkt hatten Islamisten im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet. In den folgenden Monaten war Frankreich immer wieder das Ziel islamistischer Terroristen. Gewalttätiger Höhepunkt war die Mordserie in Paris und Saint-Denis im November, bei der 130 Menschen getötet wurden. Seitdem gilt in Frankreich der Ausnahmezustand.

In dieser Woche wird mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen an die Opfer der Januar-Anschläge erinnert. Am Donnerstag warb Präsident François Hollande vor Vertretern von Polizei, Gendarmerie und Militär erneut für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze.

Paris (dpa) Mit heftiger Religionskritik liegt seit Mittwoch an französischen Kiosken eine Sonderausgabe des Satiremagazins «Charlie Hebdo» aus. Das 32 statt sonst 16 Seiten umfassende Heft erinnert an den Anschlag islamistischer Terroristen auf das Blatt am 7. Januar vor einem Jahr.mehr...

 

Paris (dpa) Ein Land leckt seine Wunden, zerrissen von der Frage nach der richtigen Antwort auf die islamistische Bedrohung. Die Terrorserie von «Charlie» bis «Bataclan» hat das Land bis ins Mark erschüttert.mehr...

 

 

von dpa

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