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Polizei fasst Feuerteufel nach siebtem Brand

Reichsstraße

Die Erleichterung, die die Bewohner des dreigeschossigen Hauses an der Reichsstraße momentan empfinden, muss riesengroß sein: Nach dem siebten Brand am Freitag verhaftete die Polizei eine 47-jährige Hausbewohnerin. Noch am selben Abend legte sie ein Teilgeständnis ab.

BOCHUM

von Von Miriam Instenberg

, 09.06.2012
Polizei fasst Feuerteufel nach siebtem Brand

Wohl aufgeklärt: Die Brände im Mehrfamilienhaus an der Reichsstraße.

Aufatmen. Zur Ruhe kommen. Und, vielleicht zum ersten Mal seit Beginn der Brandserie am 11. Mai, eine ganze Nacht durchschlafen. Die Nachricht, dass die Polizei am Freitagabend die Brandstifterin aus der Reichsstraße festnehmen konnte, muss für die Hausbewohner das Ende eines Alptraums bedeuten. 

Vier Wochen, sieben Brände, sechs Rauchvergiftungen, mehrere durch einen Wasserrohrbruch beschädigte und eine komplett zerstörte Wohnung – das ist die traurige Bilanz der Brandserie an der Reichsstraße, die nicht nur die Hausbewohner, sondern auch die Bochumer Feuerwehr und die Polizei wochenlang in Atem hielt. Es begann am 11. Mai als harmloser Kellerbrand, den die Feuerwehr schnell unter Kontrolle hatte. Als am 14. Mai im selben Keller erneut ein Feuer ausbrach, glaubte man noch an einen verrückten Zufall. Diesmal mussten allerdings fünf Hausbewohner ins Krankenhaus gebracht werden – mit Verdacht auf Rauchvergiftung. Spätestens, als am 18. Mai zum dritten Mal der Keller in Flammen stand und eine weitere Person mit Rauchvergiftung abtransportiert wurde, war klar: Hier stimmt etwas nicht. Während die Polizei ermittelte, wurde die Feuerwehr am 20. Mai erneut zum altbekannten Haus in der Reichsstraße gerufen. Dieses Mal brannte es in einer Wohnung im zweiten Stock, verletzt wurde niemand, trotzdem wurden wieder alle Hausbewohner um 2 Uhr aus dem Schlaf gerissen, mussten abwarten, bis das Haus belüftet und vom Rauch befreit war.

Nach dem fünften Brand am 22. Mai dann ein Hoffnungsschimmer: Ein Hausbewohner sei als mutmaßlicher Brandstifter festgenommen worden, vermeldete die Polizei. Wenig später musste der Verdächtige wieder ziehen gelassen werden – die Beweislage reichte für einen Haftbefehl nicht aus. Und am 29. Mai brannte es zum sechsten Mal. Genau neun Tage lang herrschte danach Ruhe – bis zum Freitagnachmittag. Wieder brannte es in der Wohnung im zweiten Stock, die bereits am 20. Mai gelöscht und belüftet werden musste. Nach dem Schwelbrand am Freitag ist die Wohnung komplett zerstört und unbewohnbar.

Um 17 Uhr war der siebte Feuerwehreinsatz an der Reichsstraße beendet. Wenige Stunden später wurde die 47-Jährige Hausbewohnerin vorläufig festgenommen. Warum sie die Brände gelegt hat, dazu habe sie laut Polizei in ihrem Teilgeständnis bisher noch keine Angaben gemacht. Am meisten dürften ihre Nachbarn sich für ihr Motiv interessieren, schließlich standen sie alle in den vergangenen Wochen sieben Mal fassungslos vor ihrem brennenden Haus – vielleicht sogar direkt neben der Brandstifterin selbst. Schwerere Personenschäden gab es bei den sieben Bränden nicht. Bei der Staatsanwaltschaft wurde Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung beantragt.