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Polizei sieht ganz genau hin

WITTEN Ob sie in Wohnungen einbrechen, Autos knacken oder sich einfach nur mal prügeln wollen, zwischen dem 22. Oktober und dem 11. November sollten sich Kriminelle dafür besonders warm anziehen. Edzard Freyhoff, neuer Chef der Polizeiinspektion Witten, startet die Kampagne „Wittener Herbst“.

19.10.2007

Mit seinen Kollegen will er zu Beginn der dunklen Jahreszeit mal genauer hinsehen: „Körperverletzungen, Schlägereien, oft von Jugendlichen unter Alkohol begangen, Verschmutzungen und Zerstörungen, Raub, Einbrüche - die dunkle Jahreszeit bietet dafür einfach bessere Strukturen. Die Zahl der Delikte wird steigen. Wir wollen im Stadtbild einfach mal präsenter sein als sonst, die Bürger werden mehr Polizei sehen. Vor allem abends und in der Nacht, wenn am meisten passiert, werden mehr Kollegen auf der Straße sein.“

Für drei Wochen werden die Dienstpläne der Wittener Polizeibeamten deshalb umgestellt. Unterwegs in der Stadt werden sie aber nicht nur die Kriminalität im Blick haben, sondern auch den Straßenverkehr.

„Es gibt einen Anstieg von Unfällen mit Personenschäden. Ursache ist oft hohe Geschwindigkeit. Fahrer sind nicht angeschnallt, telefonieren mit dem Handy oder sind alkoholisiert. All das werden wir im Blick haben“, warnt Freyhoff schon mal vor und fügt an, dass man es nicht beim erhobenen Zeigefinger belassen werde.

Nach seinen Erfahrungen kann man Wirkung bei den Übeltätern nur erzielen, wenn man für solche Vergehen auch Geld kassiere.

Als absolut nicht dramatisch, aber verbesserungswürdig schätzt Freyhoff die Sicherheitslage in Witten ein: „In manchen Bereichen haben Bürger einfach Angst, vor allem in der Dunkelheit. Das gilt für die Innenstadt aber auch für den Bahnhof Annen. Da wollen wir dann besonders präsent sein, um Bürgern zu zeigen, dass wir da sind.“

Dabei setzt der Gesetzeshüter aber auch auf Mitarbeit der Bürger. Immer öfter würden Menschen wegsehen, wenn etwas passiere. „Da soll ja niemand einschreiten, wenn irgendwo eine Schlägerei ist oder eingebrochen wird, wenn er es sich nicht zutraut. Aber ein Notruf per Handy oder Telefon zur 110 ist sogar kostenlos“, sagt Freyhoff.

In seiner früheren Dienststelle in Langendreer war er mit solchen Aktionen schon erfolgreich. Die Kriminalität ging im zweistelligen Prozentbereich zurück. Ähnlich gute Ergebnisse und weitere Aktionen plant er für Witten.