Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

NSU-Untersuchungsausschuss

Polizistenmord: Berger-Akte sollte sofort gelöscht werden

DORTMUND Nur einen Tag nach dem Mord von Michael Berger an drei Polizisten in Dortmund und Waltrop am 14. Juni 2000 hat der NRW-Verfassungsschutz angeordnet, eine über Berger angelegte Akte zu löschen. Das wurde am Freitag im NSU-Untersuchungsausschuss in Düsseldorf bekannt. Hier gibt es eine Übersicht der damaligen Ereignisse.

Polizistenmord: Berger-Akte sollte sofort gelöscht werden

In Olfen steht am frühen Abend des 14. Juni 2000 ein Polizeihubschrauber in der Nähe eines Feldweges. Hier war der Wagen des Polizistenmörders Michael Berger entdeckt worden, daraufhin wurden Spezialisten zu dem Ort gebracht. Die Beamten fürchteten weitere Tote, zum Beispiel durch Sprengfallen an dem tiefergelegten BMW des Täters.

Die Löschung der Akte "Michael Berger KK 1540077" ordnete schriftlich Hans Peter Lüngen an, der das Referat 612 des NRW-Verfassungsschutzes, einer Abteilung des Innenministeriums, damals leitete. Die Anweisung zur Löschung einer Akte nur einen Tag nach der brutalsten Attacke auf Polizisten in der Nachkriegszeit ist aufgrund des Zeitpunktes für Dr. Joachim Stamp (FDP) "absolut unverantwortlich und für einen normal denkenden Menschen nicht nachvollziehbar". 

DORTMUND Michael Berger - dieser Name steht für eine der blutigsten Taten gegen die Polizei in NRW. Vor 16 Jahren erschoss Berger drei Polizisten und tötete sich anschließend selbst. Die Umstände sind immer noch nicht vollständig aufgeklärt. In den fehlerhaften Ermittlungen lassen sich bemerkenswerte Auffälligkeiten finden. Das ist ihre Geschichte.mehr...

Auch die Landtagsabgeordnete Verena Schäffer (Grüne) äußerte ähnliche Kritik. Warum es die Löschankündigung gab und was der Inhalt der Akte war, konnte Lüngen am Freitag nicht erklären. Der Volljurist vermutete, "irgendetwas sollte wohl in den Verkartungen gelöscht werden". Laut Lüngen könne die Löschung der Akte "Michael Berger KK 1540077" nicht bedeuten, dass „alle Akten gelöscht worden sind, in denen der Name Berger drin war. Da müssten Sie ja mit der Schere arbeiten.“ Nicht erklären konnte er indes auf die Nachfrage, warum kurz nach der Löschung eine neue Akte über Berger beim NRW-Verfassungsschutz angelegt worden war.    

Fünf Tage nach der Tat war, wie am Freitag ebenfalls bekannt wurde, zusätzlich die Löschung der Nadis-Akte Bergers angeordnet worden. Nadis ist die Abkürzung für Nachrichtendienstliches Informationssystem. 

Der ehemalige Verfassungsschützer vermutete am Freitag, dass er die Löschanweisung gegeben hat, da Berger verstorben war. Er räumte allerdings ein, dass diese Aktion "ein Fehler und durchaus kritikwürdig" sei. Nach der Tat war das Gerücht aufgekommen, Berger habe einen rechtsterroristischen Anschlag geplant, auch soll er gegenüber Beamten angegeben haben, Mitarbeiter des Verfassungsschutzes gewesen zu sein.

Korrektur:

 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Umweltdesaster in der Neyetalsperre

Gülle-Skandal: Landwirt streitet Vorwürfe ab

HAGEN Vor dreieinhalb Jahren sorgten 1600 Kubikmeter Gülle für einen gravierenden Umweltskandal in der Neyetalsperre im Oberbergischen Kreis. Wer ist für das Desaster verantwortlich? Ein Landwirt muss sich seit Dienstag vor Gericht verantworten – er streitet alles ab. Sein Verteidiger erklärt: "Das war ein Anschlag auf den Betrieb."mehr...

Übergabe von Dokumenten versäumt

Amri hätte vor Tat abgeschoben werden können

BERLIN Der Attentäter Anis Amri, der für den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verantwortlich ist, hätte womöglich schon Monate vor der Tat abgeschoben werden können. Das geht nun aus Unterlagen des BKA hervor. Die Behörde versäumte es laut Medienberichten, wichtige Dokumente nach Tunesien zu übergeben.mehr...

Vermischtes

Kein Anschlag: Auto fährt in London in Fußgängergruppe

London (dpa) Der Vorfall weckte böse Erinnerungen. Ein Auto erfasst mehrere Fußgänger in der britischen Hauptstadt. Elf Menschen werden verletzt. Am Abend gibt die Polizei Entwarnung: Es war ein Verkehrsunfall.mehr...

Krisenfester und schlagkräftiger

Frankreichs Präsident Macron will neues Europa

PARIS Paukenschlag in Paris: Frankreichs Präsident Macron will nichts weniger als die Neugründung Europas, um Krisen und der Globalisierung zu begegnen. Ob das allen Partnern schmeckt? Lob gab es bereits für seine Rede. Doch auch Widerspruch ist gegen seine weitreichenden Pläne vorprogrammiert.mehr...

Bluttat in Marseille

Auto fährt in zwei Bushaltestellen - ein Toter

MARSEILLE An der Bushaltestelle in den Tod gerissen: In kurzem Abstand fährt ein Transporter in Marseille in zwei Wartehäuschen, eine Frau stirbt. Noch sind die Hintergründe nicht abschließend geklärt - die Ermittler gehen bislang aber nicht von einem terroristischen Motiv aus.mehr...

Weitere Anschläge in Herne

Autos von Michelle Müntefering (SPD) angezündet

Herne In Herne haben in der Nacht zu Dienstag zwei Autos der Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering (SPD) gebrannt. Das Privatauto der Politikerin sowie ein Wahlkampfauto der SPD standen in Flammen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus . Müntefering und der SPD-NRW-Vorsitzende Michael Groschek verurteilten die Tat.mehr...