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Im Internet-Café

Pornostar nach Mord in Berlin gefasst - "You got me"

Montreal/Berlin Mit den Worten «You got me" (Ihr habt mich) - ergab er sich der Berliner Polizei: Der 29 Jahre alte Luka Rocco Magnotta soll vor laufender Kamera seinen Freund erstochen, enthauptet und zerstückelt haben: Leichenteile schickte er an politische Parteien in Kanada. Die Flucht des Pornodarstellers von Montreal über Paris endete gestern nach 7000 Kilometern Flucht in Berlin-Neukölln.

Pornostar nach Mord in Berlin gefasst - "You got me"

In diesem Internetcafe im Berliner Stadtteil Neukölln wurde der wegen Mordes gesuchte kanadische Pornodarsteller Luka Rocco Magnotta gefasst. Foto: Maurizio Gambarini

 

Dort hatte sich der Mann in einem Internetcafé Pornos und Zeitungsartikel angeschaut - über sich selbst. Der Mann, den kanadische Zeitungen den «Schlächter von Montreal» nennen, war von Interpol gejagt und sein Mobiltelefon in Paris geortet worden. Enttarnt wurde er schließlich von den Betreibern des Berliner Internetcafés.

Auf französisch nach Internetzugang gefragt «Ich lese viel, deshalb habe ich ihn erkannt», sagte Kadir Anlayisli. Der Fremde habe auf Französisch nach einem Internetzugang gefragt. Anlayisli habe dann auf der Straße einen Polizeiwagen angehalten, erzählten Ladenbesucher - angeblich sei er erst beim zweiten Wagen erfolgreich gewesen, weil man ihm zunächst nicht geglaubt habe. Die Polizei erklärte, einer von drei Mannschaftswagen, die zufällig vorbeifuhren, habe angehalten. Sieben Polizisten seien schließlich in den Laden gegangen. Der Kanadier habe erst einen falschen Namen gesagt, dann aber resigniert mit den Worten: «You got me!». Er wurde in Handschellen abgeführt.

"Nur meine Pflicht getan" «Ich habe nur meine Pflicht getan», sagte Anlayisli. Weiter wollte er sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Im Laden gibt es eine Überwachungskamera, die alles aufzeichnete. Der Ladenbesitzer wollte erst einmal in Ruhe mit seinen Mitarbeitern reden. Ob er erschrocken sei? «Eigentlich schon, ja.» Er habe erst mal Angst bekommen. «Aber jetzt geht es mir gut.»

Der Fahndungserfolg beweist laut Interpol die Bedeutung der internationalen Polizeikooperation. «Magnottas Verhaftung zeigt die Vorteile von Interpols weltweitem Netzwerk, über das Informationen über gefährliche Flüchtlinge ausgetauscht werden, die im Ausland vermutet werden», sagte Stefano Carvelli von dem Polizeiverbund. Das Netzwerk hatte in der vergangenen Woche unter anderem eine sogenannte «Red Notice» zu Magnotta an alle 190 Mitgliedsländer geschickt und sie zur Mithilfe bei der Fahndung aufgerufen.

Glückwünsche vom Premierminister persönlich Die Abendnachrichten zwischen Prince Edward Island und Vancouver kannten am Montag kaum ein anderes Thema als die Festnahme in Berlin. Glückwünsche für die Polizei kamen von Premierminister Stephen Harper persönlich. Kanada will nach Medienberichten sofort die Auslieferung Magnottas, der eigentlich Eric Newman heißt, beantragen. Das könne allerdings Jahre dauern, sagte Rechtsexperte Gary Botting dem «Toronto Star»: «Das ist das Gegenstück zum Fall Karlheinz Schreiber.» Der Auslieferung des Waffenhändlers 2009 nach Deutschland war ein fünfjähriges juristisches Tauziehen vorausgegangen.

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