Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Experten geben Tipps

Power-Napping: Ein Mittagsschlaf macht fit

BAMBERG/KÖLN Ach, jetzt ein kurzes Nickerchen, das wär schön! Nach dem Mittagessen überfällt uns oft eine gewisse Trägheit. Einfach weiterzuarbeiten funktioniert zwar - richtig fit macht aber nur das Nachgeben. Mittagsschlaf ist gesund, sagen Experten. Auch in deutschen Büros findet das so genannte Power-Napping immer mehr Anhänger.

Power-Napping: Ein Mittagsschlaf macht fit

Kurz und erholsam: Die halbe Stunde nach dem Mittagessen ist der optimale Zeitpunkt für ein Nickerchen.

Ein Nickerchen nach dem Mittagessen erfrischt und bringt neuen Schwung für die zweite Tageshälfte. Darauf schwören Südländer seit jeher - die Siesta ist ihnen heilig. Auch in Amerika und Asien gehört das sogenannte Power-Napping vielerorts zum Alltag - nicht nur auf der heimischen Couch, sondern sogar im Büro. Selbst hierzulande findet der Mittagsschlaf immer mehr Anhänger.

Ein Mittagsschlaf ist ein kurzfristiges Erholungsmoment, eine wohltuende Pause im geschäftigen Alltag. "Entscheidend ist, dass Körper und Seele Entspannung erhalten, indem das ganze System heruntergefahren und Stressfaktoren abgebaut werden", erläutert Prof. Göran Hajak, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bamberger Klinikum am Michelsberg. Schlafen reguliert das gestresste Nervensystem herunter. "Das bedeutet: Das Herz schlägt langsamer, die Atemfrequenz ist niedriger, der Blutdruck sinkt, die Körpertemperatur ebenfalls", sagt Michael Stimpel, Professor für Innere Medizin an der Universität zu Köln.

Power tanken für den Rest des Tages

Die offensichtlichste Wirkung des Schläfchens ist der Stressabbau: Man fühlt sich anschließend wieder leistungsfähig und fit, Konzentrationsvermögen und Reaktionszeiten sind verbessert. "Darüber hinaus ist Mittagsschlaf ein Beitrag zur Gesundheitsförderung insgesamt", sagt Heidrun Holstein, Medizinerin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Karlsruhe. Er verweist auf eine Studie von Wissenschaftlern aus Athen und Boston aus dem Jahr 2007: "Wer regelmäßig Mittagsschlaf hält, hat ein deutlich geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben."Das Mittagessen verstärkt die Müdigkeit

Im Grundprogramm des Organismus ist der Mittagsschlaf angelegt. "Unser Körper funktioniert nach einem biphasischen Aktivitäts- und Ruherhythmus", erklärt Schlafexperte Hajak. Der Mensch hat zwei Ruhephasen: eine in der Nacht und eine nach dem Mittagessen beziehungsweise nach der Mittagessenszeit.

Auch wenn Suppenkoma mittlerweile ein geflügeltes Wort ist - die mittägliche Mahlzeit selbst ist nicht die Ursache für die tageszeittypische Müdigkeit. Doch sie verstärkt das Gefühl der bleiernen Schwere. "Je mehr und je gehaltvoller man mittags isst, umso müder wird man", sagt Stimpel. "Der Bauch braucht dann besonders viel Blut für die Verdauung. Gleichzeitig müssen Herz und Organismus mit Energie versorgt werden." Außerdem komme oft noch der Kraftaufwand zum Beispiel für eine berufliche Tätigkeit hinzu. "Diese Vielfachbelastung ist der Grund für die Müdigkeit."Der perfekte Platz fürs Power-Nappingim Büro

Power-Napper sollten sich ein bisschen vorbereiten: Der perfekte Platz für einen Mittagsschlaf sei ein abgedunkelter Raum mit einer bequemen Liege. Allerdings: "In deutschen Unternehmen sind Ruheräume leider noch eine Seltenheit", sagt Stimpel. Berufstätige könnten sich aber auch leicht am Arbeitsplatz die richtigen Ruhebedingungen schaffen. "Das Handy kann ausgeschaltet, das Telefon auf einen Kollegen umgeleitet und die Tür geschlossen werden - am besten mit einem Schild 'Bitte nicht stören!'"

Während der Berufstätige solche Außensignale vorbereite, schalte er gleichzeitig seine innere Bereitschaftshaltung und Hab-Acht-Stellung ab. "Das ist eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt zur Ruhe kommen zu können", sagt Holstein.Ideal sind 15 bis 30 Minuten Mittagsschlaf

Genauso wichtig wie das Zur-Ruhe-Kommen sei das rechtzeitige Aufwachen. "Ideal ist eine Dauer von 15 bis maximal 30 Minuten", rät Hajak. "Dauert der Mittagsschlaf länger, dann besteht die Gefahr, dass man sehr tief schläft." Das bringe den Tagesrhythmus durcheinander. Nach einem langen Mittagsschlaf könnten Berufstätige den Organismus nur schwer wieder aktivieren, fühlten sich schlapp. Außerdem kämen sie abends nicht so leicht zur Ruhe.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leben : Gesund und Fit

Beim Grillen keine Brandbeschleuniger nutzen

Bonn (dpa/gms) - Beim Grillen sollten niemals Brandbeschleuniger verwendet werden. Immer wieder kommt es beim Benutzen von Mitteln wie Spiritus zu gefährlichen Verpuffungen und Rückzündungen, warnen Experten.mehr...

Leben : Gesund und Fit

Allergiker müssen 2008 mit vielen Birkenpollen rechnen

Hamburg (dpa/tmn) Allergiker müssen sich in diesem Jahr auf besonders viele Birkenpollen einstellen. Darauf weist der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) in Hamburg hin.mehr...

Leben : Gesund und Fit

Experte erwartet «Mückenjahr»

Mannheim (dpa/tmn) Trotz des harten Winters steht den Deutschen nach Expertenmeinung ein Sommer mit vielen Mücken bevor. «Es sieht so aus, dass es ein Mückenjahr wird», sagte der Biologe Norbert Becker.mehr...

Leben : Gesund und Fit

Steckrüben als Eintopf zubereiten

Oldenburg (dpa/tmn) Auch in der kalten Jahreszeit gibt es eine gute Auswahl an regionalem Gemüse. Dazu gehört auch die Steckrübe, die von September bis April angeboten wird und hauptsächlich aus hiesigem Anbau stammt.mehr...

Leben : Gesund und Fit

Lorbeerblätter helfen der Verdauung

Würzburg (dpa/tmn) Lorbeerblätter würzen nicht nur Speisen. Sie können auch der Verdauung helfen. Denn sie sind reich an ätherischem Öl 1,8-Cineol und werden deshalb in appetit- und verdauungsfördernden Zubereitungen zur Magenstärkung eingesetzt.mehr...