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„Power to the People!“: Schirn zeigt politische Kunst

Frankfurt/Main. Die Frankfurter Kunsthalle Schirn will eine Bestandsaufnahme zur politischen Kunst der Gegenwart liefern. Dafür haben Künstler sehr unterschiedliche Themen gewählt. Nicht immer können die Arbeiten aber überzeugen.

„Power to the People!“: Schirn zeigt politische Kunst

Bunten Stoffbanner begrüßen die Besucher der Ausstellung „Power to the People!“, die Skulptur „100banners2015“ von Phyllida Barlow. Foto: Schirn Kunsthalle/Miguletz

Am Eingang zur Kunsthalle wird der Besucher von einfach gezimmerten bunten Stoffbannern begrüßt, denen jede Botschaft fehlt. Mit der Skulptur „100banners2015“ setzt sich Phyllida Barlow bewusst von der Flaggen-Symbolik ab, wie sie gerne bei machtvollen Aufmärschen benutzt wird.

Die Britin gehört zu den 23 Künstlern, die in der Frankfurter Schirn vom 21. März bis 27. Mai zu sehen sind. „Power to the People!“ heißt die Schau, die einen Einblick in die politische Kunst im (digitalen) Zeitalter der Globalisierung geben will.

Ob Anti-Trump-Demonstrationen, Occupy-Bewegung oder die #MeToo-Debatte: Die Protestwellen der heutigen Zeit werden auch in der Kunst verarbeitet. „Wir erleben eine Rückkehr der Kunst ins Politische“, glaubt Schirn-Direktor Philipp Demandt. Kunst werde wieder zum Seismographen „in bewegten Zeiten“.

In der Ausstellung sind 43 Werke aus den unterschiedlichsten Ländern - von Deutschland bis Libyen - zu sehen. Anhand von Installationen, Fotografien, Zeichnungen, Malereien oder Videos will die Schau eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer Positionen zur politischen Kunst liefern.

Dazu gehört zum Beispiel die fantasievolle Installation von Guillaume Bijl, der Wahlkabinen aus Finnland, Aserbaidschan, Österreich, Japan, Marokko und China nachgebaut hat. Der Belgier regt damit an, über den Sinn von Wahlen in der „Postdemokratie“ (Colin Crouch) nachzudenken. In einer anderen Installation hat der türkische Künstler Ahmet Ögüt zwei Polizeischutzschilde zu Saloon-Türen umfunktioniert.

Nicht alles überzeugt aber: Einiges kommt übers Plakative oder gar Agit-Prop nicht hinaus, was ein grundsätzliches Problem der Ausstellung deutlich macht. Es geht um die Frage, wann Kunst in einer immer komplexeren Welt tatsächlich als politisch zu begreifen ist und was dies für die Qualität von Kunst bedeutet. Die Ausstellungs-Kuratorin Martina Weinhart will nach eigenen Worten darauf bewusst keine Antwort geben.

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