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Prager Museum zeigt Lebenswerk des Fotografen Koudelka

Prag. Als Warschauer-Pakt-Staaten 1968 in die Tschechoslowakei einmarschierten, war Josef Koudelka mit der Kamera dabei. Eine Retrospektive seiner Arbeiten ist jetzt in Prag zu sehen.

Prager Museum zeigt Lebenswerk des Fotografen Koudelka

Mit seiner Kamera hat Josef Koudelka die Welt bereist. Foto: Roman Vondrous/CTK

Die Armbanduhr zeigt die mittägliche Uhrzeit an, doch auf dem Prager Wenzelsplatz im Hintergrund herrscht gespenstische Leere.

Die Aufnahme des Fotografen Josef Koudelka ist eines der ikonischen Bilder des Einmarschs der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei vor fast 50 Jahren, im August 1968. Der damals erst 30-Jährige stürzte sich mit seinem Weitwinkelobjektiv mutig ins Geschehen.

Das Kunstgewerbemuseum in Prag, das erst vor kurzem nach dreijähriger Renovierung wiedereröffnet wurde, widmet Koudelka nun eine Retrospektive, die bis zum 23. September zu sehen ist.

Für Koudelka ist es eine „Rückkehr“, so auch der Name der Ausstellung, denn im Jahr 1970 ging er ins Exil in den Westen. Er wurde Mitglied der berühmten Agentur Magnum, wanderte um die Welt und blieb nirgends länger als drei Monate. Ein Bild zeigt ihn mit Kamera, dicken Wanderschuhen, großer Brille und Reporterweste. Die Einsamkeit des Heimatlosen drückte Koudelka in seiner Serie „Exiles“ aus, der ein ganzer Saal gewidmet ist.

Das Museum zeigt zudem die fotografischen Anfänge des gelernten Flugzeugmechanikers. Mit einer ersten Serie expressionistisch angehauchter Theateraufnahmen in markantem Schwarz-Weiß machte er die Kunstkritik in Prag auf sich aufmerksam. Später dokumentierte er einfühlsam das Leben der Roma-Minderheit in Mittelosteuropa. Seit 1986 widmet sich Koudelka weiträumigen Aufnahmen industrieller Landschaften - auch dieses Kapitel erhält in Prag gebührenden Raum.

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