Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Praktikum im kolumbianischen Altenheim

IM WESTEN Gespannt ist sie. Ein wenig nervös auch. Angst? "Weniger." Freude? "Auf jeden Fall." Linda Gawol hat ein Jahr Kolumbien vor sich. Als Praktikantin im Altenheim in Tenjo.

von Von Arndt Brede

, 19.10.2007

Die 20-jährige, frisch gebackene Abiturientin, wird sich dort um die 24 Bewohner kümmern. Die Arbeit des Vereins der Freunde und Förderer des Altenheims in Tenjo / Kolumbien bekommt damit zehn Jahre nach Gründung eine neue Dimension. Denn erstmals ist es gelungen, nicht nur Reisen von Mitgliedern für ein paar Tage oder wenige Wochen zu organisieren, sondern einer jungen Frau quasi aus den eigenen Reihen zu ermöglichen, dort zu arbeiten.

Wie das möglich wurde? "Nach dem Abitur habe ich gedacht, ich muss mal für ein Jahr raus", erzählt die junge Frau. Sie habe mit dem Gedanken gespielt, nach Südamerika zu reisen. Und weil sie vorhabe als Beruf "Alten- und Krankenpflege zu machen, auf jeden Fall aber etwas Soziales" und ihre Mutter Mitglied im Förderverein für das Altenheim ist, habe sie den ehemaligen Fördervereinsvorsitzenden Eberhard Roese angerufen und gefragt, ob wohl ein Praktikum in Tenjo möglich sei. Er habe ihr die Telefonnummer seiner Tochter Gudrun Rodriguez gegeben, die sechs Kilometer von Tenjo entfernt wohne.

Gudrun Rodriguez stellte den E-Mail-Kontakt zur Leitung des Altenheims her, Linda beantragte ein Visum, erledigte den "Verwaltungskram", packte - und flog am Donnerstag von Düsseldorf aus nach Bogota. Sie wohnt bei Gudrun Rodriguez.

Viele Aufgaben

Die Aufgaben, die sie zu erledigen hat? Die Liste, die Linda zeigt, ist lang. Wenn sie alle diese Pflichten stemmt, werden die Bewohner sie nicht mehr nach Deutschland zurück kehren lassen. Linda bereitet Frühstück vor und serviert es. Sie hilft beim Zimmer machen, bei der Gartenarbeit, unternimmt Spaziergänge mit den betagten Bewohnern, treibt Sport mit ihnen, unterstützt sie bei Handarbeiten, verteilt Medikamente, kümmert sich um kulturelle Veranstaltungen und, und, und...

Anstrengend

Dass das Jahr anstrengend wird, weiß Linda: "Ich denke, dass ich mit den Herausforderungen umgehen kann." Das Einzige, was ihr den Aufenthalt in Kolumbien schwer mache, sei die Trennung von Freund Martin. Ihm geht es genau so. Aber ein schlechtes Gewissen redet er seiner Liebsten nicht ein. Im Gegenteil: "Linda ist eine Klassefrau, die kann ich doch nicht nur für mich beanspruchen."