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Pressezensur in China verschärft - OK dementiert

Peking (dpa) Chinesische Journalisten berichten über eine Verschärfung der Zensur im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen. Es gebe Anweisung, über keine Themen zu berichten, die der «nationalen Sicherheit» schaden, sagte ein Pekinger Journalist.

Pressezensur in China verschärft - OK dementiert

Der Komplex "Olympia und Zensur" beherrscht immer wieder die Schlagzeilen. (Symbolbild)

Das Olympia-Organisationskomitee BOCOG bestritt das jedoch. Die einheimischen Journalisten könnten frei über die Spiele berichten, sagte BOCOG-Generalekretär Wang Wei am Mittwoch.

Nach Angaben mehrerer chinesischer Journalisten ist es jedoch üblich, dass Chinas Propagandabüro bei größeren Ereignissen Anweisungen für die Berichterstattung gibt. «Es gibt Grenzen. Jeder ist zur Zeit nervös», sagte ein Reporter zur Deutschen Presse-Agentur dpa. Den Angaben der Journalisten zufolge gehen die Vorschriften sehr ins Detail - bis hin zur Anweisung, bei der Erwähnung mehrerer Offizieller in einer Meldung den ranghöchsten zuerst zu nennen. Laut «South China Morning Post» gibt es für die Spiele ein Programm von 21-Punkten für die Zensur.

BOCOG-Generalsekretär Wang dementierte das kategorisch. «Es gibt keine 21-Punkte-Anweisung», sagte er. Doch haben die chinesischen Medien in den vergangenen Tagen mehrere Ereignisse verschwiegen. So fanden sich in chinesischen Zeitungen keine Meldungen über die Proteste ausländischer Tibet-Aktivisten in Peking.

Bei einem neuen Protest ausländischer Tibet-Aktivisten wurden am Mittwoch in Peking sieben Teilnehmer festgenommen. In T-Shirts mit der Aufschrift «Befreit Tibet» versammelten sich fünf Demonstranten am Haupteingang des Minderheiten-Parks südlich vom Olympia-Gelände, während zwei andere an einer Brücke daneben Banner ausrollten, wie die Organisation Students For a Free Tibet aus New York berichtete.

Eine Japanerin tibetischer Abstammung habe Besucher des Parks über chinesische Menschenrechtsverletzungen in Tibet aufgeklärt. Der Protest wurde innerhalb von gut fünf Minuten von der Polizei aufgelöst. Ein ausländischer Journalist des britischen Fernsehsenders ITV, John Ray, wurde für eine halbe Stunde festgehalten.

«Vielleicht war der Protest illegal, aber meine Berichterstattung nicht», sagte Ray der Deutschen Presse-Agentur dpa und sprach von einem «groben Verstoß gegen die Regeln für die olympische Berichterstattung». Bereits am Wochenende hatten Tibet-Aktivisten mehrmals mit Aktionen in Peking auf die Lage in Tibet aufmerksam gemacht. Sie wurden festgenommen und abgeschoben.

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