Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Preußenkönig Friedrich als Musical-Held

Potsdam (dpa) Mit Prunk, mit Pracht, mit Pomp»: 300 Jahre nach seiner Geburt ist Friedrich II. nun auch als Musical-Held gefeiert worden. Der von den Machern des Spektakels angekündigte «Entertainment-Faktor» hielt bei der Premiere am Freitagabend, was er verspricht.

Preußenkönig Friedrich als Musical-Held

Tobias Bieri als Kronprinz Friedrich bei den Proben. Foto: Christel Köster

Das 30-köpfige Ensemble erntete für die Uraufführung von «Friedrich - Mythos und Tragödie» in der ausverkauften Metropolishalle in Potsdam-Babelsberg begeisterten Applaus. Von den 1200 Zuschauern umjubelt wurden vor allem die beiden Friedrich-Darsteller Tobias Bieri («We Will Rock You») und Chris Murray («Der Glöckner von Notre Dame»).

Den Besuchern wurde ein opulentes Stück Musiktheater geboten. Die Macher des Historienspektakels hatten bereits im Vorfeld Großes versprochen: Sie wollten im 300. Geburtstagsjahr des Preußenkönigs zwar nicht die Geschichte neu schreiben, wohl aber einen Friedrich zeigen, «wie ihn keiner kennt».

Zu sehen bekommt das Publikum ein Stück preußische Geschichte konzentriert auf unerfüllte Träume, (erfundenes) Liebesleid, Intrigen und Affären. Erzählt wird der Zweiakter aus Sicht des alten Friedrich, einsam und verbittert, der seine Biographie schreiben lässt. Kurz vor seinem Tod ruft sich der Monarch all die Ereignisse in Erinnerung, die prägend waren und seine Wandlung vom einstigen Schöngeist voller Träume zu einem harschen und verbitterten Feldherrn erklären.

Die Logik des persönlichen Schicksals Friedrichs aufzudecken, gelingt den Machern des Musicals nur in Teilen. Sie suchen die Antwort auf den Wesenswandel des Preußenkönigs in dessen Jugend, einzige Leitlinie bleibt der Konflikt mit dem Vater: Der soldatische Drill Friedrich Wilhelms sind dem jungen idealistischen Kronprinzen zuwider. Er möchte selbstbestimmt leben, Kunst und Kultur über Preußentum und Militarismus stellen. Gemeinsam mit seinem Freund und Vertrauten Hans Herrmann von Katte und seiner Schwester Wilhelmine beschließt er schließlich, aus Preußen zu fliehen.

Der Gedanke an die Folgen dieses Plans, die Hinrichtung Kattes vor seinen Augen auf Befehl des Vaters, sind dem alten Friedrich unerträglich. Das Leben auf «Sanssouci», wo er sich mit Intellektuellen und Künstlern umgibt, gelingt ihm nicht ohne Sorge. Friedrich muss erkennen, dass er ein Ebenbild seines Vaters geworden ist, besessen vom Verlangen nach Ruhm und Anerkennung.

Das Musical erzählt die Lebensgeschichte des «Alten Fritz» mit allen Klischees, die möglich sind, um ein breites Publikum zu begeistern. Bunt, mit viel Prunk und Pomp, gefühlsgewaltig, vereinfacht. Außen vor lassen die Autoren jene Motive, die den komplexen Lebensweg Friedrichs sicher auch geprägt haben: Die Eroberung Schlesiens unmittelbar nach seiner Thronbesteigung oder die Ablehnung jeder Form von zeremonieller Selbstdarstellung.

Das Musical wird bis zum 30. Juni fast täglich gezeigt. Friedrich der Große war von 1740 bis zu seinem Tod im Jahr 1786 König von Preußen.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Bühne

Johan Simons verabschiedet sich von der Ruhrtriennale

Bochum (dpa) Welche Aufgabe hat das Theater in politisch aufgeheizten Zeiten? Der Theatermacher Johan Simons hat dazu eine klare Meinung. Das hat er in drei Jahren seiner Ruhrtriennale-Intendanz bewiesen.mehr...

Bühne

Johan Simons: "Wir müssen noch offener sein"

Düsseldorf (dpa/lnw) Johan Simons hat die Ruhrtriennale politisch wie nie zuvor gemacht. Nach drei Jahren verabschiedet er sich nun als Intendant - mit einem politischen Aufruf.mehr...

Bühne

Volksbühne bietet Besetzern Räume an

Berlin (dpa) Tag 5 der Volksbühnen-Besetzung. Verhandeln statt vertreiben - so lautet das Motto der Berliner Kulturverwaltung. Nun sollen den Aktivisten Räume des Theaters zur Verfügung gestellt werden.mehr...

Bühne

"Der bewegte Mann" als turbulentes Musical

Hamburg (dpa) Mehr als 6,5 Millionen Zuschauer machten "Der bewegte Mann" zu einer der erfolgreichsten deutschen Kinokomödien der 1990er Jahre. Jetzt feiert die Geschichte um die Liebeswirrungen von Homos und Heteros als Musical im Hamburger Thalia Theater Premiere.mehr...