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Privatinsolvenzen nach Job-Boom und Lohnplus auf dem Rückzug

Hamburg. Immer weniger Privatpersonen müssen den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Der Trend hält seit Jahren an und soll sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Privatinsolvenzen nach Job-Boom und Lohnplus auf dem Rückzug

Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2010, als fast 140 000 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden mussten, seien die Fallzahlen um mehr als ein Drittel gesunken. Foto: Alexander Heinl

Zum siebten Mal in Folge ist die Zahl der privaten Pleiten in Deutschland gefallen. Im Jahr 2017 mussten sich 94 079 Personen zahlungsunfähig melden – so wenige wie seit 2004 nicht mehr und 6,8 Prozent weniger als 2016.

Das geht aus einer Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel hervor, die in Hamburg veröffentlicht wurde. Für das Jahr 2018 rechnet Crifbürgel aufgrund der „weiterhin günstigen Rahmenbedingungen für die Privatpersonen“ mit einen weiteren Rückgang auf 90 000 Fälle (minus 4,3 Prozent).

Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2010, als fast 140 000 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden mussten, seien die Fallzahlen um mehr als ein Drittel gesunken. Hauptursache für den Rückgang sei, dass Privatpersonen von verbesserten Arbeitsmarktbedingungen mit sinkender Arbeitslosigkeit und steigenden Löhnen profitierten.

„Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Einkommensverschlechterung ist Haupttreiber für eine Privatinsolvenz“, sagte Crifbürgel-Geschäftsführerin Ingrid Riehl. „Ein Anstieg der Beschäftigtenzahlen führt zu einem Rückgang der Privatinsolvenzen.“ Sollten die finanziellen Belastungen der Verbraucher wieder steigen, etwa durch eine Zinswende oder eine Verschlechterung der Situation auf dem Arbeitsmarkt, würden auch die Privatinsolvenzen wieder zunehmen.

Die meisten Privatinsolvenzen je 100 000 Einwohner gab es demnach mit 199 in Bremen, gefolgt vom Saarland (161) sowie Niedersachsen und Hamburg mit jeweils 155 Pleiten. Die wenigsten Fälle meldete Bayern mit 78 Insolvenzen.

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