Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Pro Asyl warnt vor Instrumentalisierung von Ellwangen

Berlin. Pro Asyl hat vor einer Instrumentalisierung der Vorfälle in einer Flüchtlingsunterkunft im baden-württembergischen Ellwangen gewarnt.

/
urn-newsml-dpa-com-20090101-180503-99-154276
Nachdem es bei der versuchten Abschiebung eines Togolesen zu Ausschreitungen gekommen war, folgte ein Großeinsatz der Polizei. Foto: Stefan Puchner

urn-newsml-dpa-com-20090101-180503-99-150329
Nach der Großrazzia fahren Rettungswagen in die Flüchtlingsunterkunft In Ellwangen. Foto: Stefan Puchner

Der Geschäftsführer der Flüchtlingsorganisation, Günter Burkhardt, sagte der „Heilbronner Stimme“ (Samstag): „Ich habe den Eindruck, der Vorfall wird jetzt dafür genutzt, um der Idee von sogenannten Ankerzentren den Weg zu bereiten.“

Burkhardt lehnte diese vom Bund geplanten Asyl- und Abschiebezentren ab. Man werde eine sehr große Zahl von Menschen aus diesen Zentren nicht abschieben können, sagte er und warnte: „Wer Menschen über viele Monate in Ankerzentren einsperrt, zerstört dadurch jegliche Integrationsperspektive. Nach eineinhalb Jahren der Isolierung wird es enorm schwierig, dass die Menschen in einem normalen Leben Fuß fassen.“

Nach den Vorstellungen insbesondere von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sollen Flüchtlinge in diesen Zentren für die gesamte Dauer ihres Asylverfahrens untergebracht werden. Wird ihr Antrag abgelehnt, sollen sie von dort aus zurück in ihr Herkunftsland gebracht werden.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt wies Kritik an diesen Plänen zurück: „Diejenigen, die Ankerzentren ablehnen, wollen weniger Ordnung und mehr Zuwanderung“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstag). Einer solchen „Politik des Reinwinkens“ habe der Koalitionsvertrag eine klare Absage erteilt. „Deutschland ist doch heute das einzige Land, in das man leichter reinkommt als wieder raus“, sagte Dobrindt.

In Ellwangen hatten am Montag 150 bis 200 Flüchtlinge Polizisten bedroht, die einen Mann aus Togo abholen wollten, der abgeschoben werden soll. Die Beamten brachen den Einsatz ab. Bei einem Großeinsatz am Donnerstag wurde der Mann dann doch gefasst. Er sitzt inzwischen in Abschiebehaft. Auch bei der Aktion am Donnerstag leisteten Flüchtlinge nach Polizeiangaben teils Widerstand.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Inland

Maaßen: Angriffsfläche für Cyberattacken wächst rasant

Potsdam. Die Digitalisierung gilt als Maß für Innovation und Garant für die Standortsicherung. Doch mit der Vernetzung wächst auch das Potenzial für Cyberangriffe. Der Verfassungsschutz registriert eine deutliche Zunahme.mehr...

Inland

EU-Staaten beraten über Asyl: CSU warnt vor Scheckbuch-Deals

Berlin/Brüssel. Endlich tut sich auf europäischer Ebene etwas in Sachen Asylpolitik. Kommissionschef Juncker schlägt strengere Regeln vor. Das hat wohl auch mit der CSU zu tun, die in diesen Tagen oft wirkt wie ein gereizter Stier.mehr...

Inland

Generalbundesanwalt warnt vor Anschlägen mit Bio-Waffen

Köln. Ein Islamist soll einen Anschlag mit einer Biobombe geplant haben. Der Rizin-Gift-Fund von Köln hat aufgeschreckt. Sicherheitsbehörden sehen eine neue Bedrohung durch biologische Kampfstoffe.mehr...

Inland

Neuer Bamf-Chef Sommer will schnelle Asylverfahren

Berlin. Als Hunderttausende Migranten in kurzer Zeit nach Deutschland kamen, war das Füchtlingsamt Bamf heillos überfordert. Die damaligen Chefs der Behörde mussten improvisieren. Nun soll es einen Neuanfang geben.mehr...