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ProSiebenSat.1 rechnet mit stagnierendem Ergebnis

München (dpa) Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat weiter Schwierigkeiten beim Verkauf seiner Werbezeiten und rechnet in diesem Jahr bestenfalls mit einem stagnierenden Ergebnis. «Die erste Jahreshälfte war nicht einfach», sagte Vorstandschef Guillaume de Posch am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz.

ProSiebenSat.1 rechnet mit stagnierendem Ergebnis

ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch. Der TV-Konzern schaut auf ein schwieriges erstes Halbjahr zurück.

Das Vermarktungsmodell des Unternehmens sei nicht von allen Kunden angenommen worden. Zusätzlich belastend habe die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern übertragene Fußball-Europameisterschaft gewirkt. Die Aktien des Konzerns standen am Mittag rund 1,3 Prozent im Minus bei 6,11 Euro.

Im zweiten Halbjahr soll sich die Lage zwar etwas bessern, für das Gesamtjahr rechnet ProSiebenSat.1 angesichts des schwachen Starts ins Jahr aber allenfalls mit einem stagnierenden operativen Ergebnis. Auf vergleichbarer Basis hatte ProSiebenSat.1 im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 783 Millionen Euro eingefahren. «Wir müssen jedoch klar sagen, dass dieses Ergebnisziel mit Unsicherheiten behaftet ist», warnte de Posch. Derzeit sei die Entwicklung am Markt nur schwer vorherzusehen.

Neben den Problemen am Werbemarkt würden sich im zweiten Halbjahr voraussichtlich auch die Olympischen Spiele bemerkbar machen, sagte de Posch. Auf dem deutschen Markt dürften die Umsatzausfälle des ersten Halbjahres daher nicht auszugleichen sein. Im Ausland laufe das Geschäft aber besser. Daher rechne er für die gesamte Gruppe mit einem stabilen beziehungsweise leicht höheren Umsatz als im Vorjahr. Dies wären rund 3,3 Milliarden Euro.

Im zweiten Quartal war der Umsatz auf vergleichbarer Basis um vier Prozent auf 801,9 Millionen Euro gesunken. Das EBITDA gab um 16,6 Prozent auf 203,7 Millionen Euro nach. Der Überschuss kletterte hingegen von 51,3 auf 59,5 Millionen Euro. Bei den Vergleichszahlen handelt es sich um Proforma-Werte, die bereits die Ergebnisse der Mitte 2007 übernommenen skandinavischen Senderkette SBS enthalten. Bereits nach dem ersten Quartal hatte der Konzern seine ursprüngliche Prognose eines Umsatz- und Gewinnwachstums für 2008 zurückgenommen. ProSiebenSat.1 will nun auf die Kostenbremse drücken und plant Einsparungen in Höhe von 70 Millionen Euro.

ProSiebenSat.1 kämpft derzeit mit einer Reihe von Problemen. Nach der Übernahme von SBS sitzt das Unternehmen auf einem Schuldenberg von rund 3,6 Milliarden Euro. Hinzu kamen Anfang des Jahres die Probleme mit dem neuen Werbezeitenmodell. Der TV-Konzern hatte im vergangenen Jahr auf Druck des Kartellamtes seinen Werbeverkauf umstellen müssen und war von den Wettbewerbshütern zur Zahlung einer Kartellstrafe in Höhe von 120 Millionen Euro verdonnert worden. Das neue Modell kam jedoch bei den Kunden nicht an. Der damalige Marketing- und Vertriebsvorstand Peter Christmann hatte daraufhin seinen Hut genommen.

Ausgeschieden ist auch der langjährige Finanzvorstand Lothar Lanz. De Posch selbst will Ende des Jahres gehen. Mehrheitsaktionäre bei ProSiebenSat.1 sind die Finanzinvestoren KKR und Permira. Sie halten über ihre Levana-Holding 76 Prozent der Stimmrechte. Vergangene Woche war außerdem die niederländische Verlagsgruppe Telegraaf Media Groep (TMG) eingestiegen. Sie hatte KKR und Permira zwölf Prozent der Anteile abgenommen.

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