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"Professor" Jürgen Becker amüsierte seine Zuhörer

Kabarett am Kemnader See

Ein wenig fühlten sich die Besucher als ob sie im Hörsaal an der Uni seien. "Professor" Jürgen Becker brachte seinen Lehrstoff höchst amüsant rüber. Zwei Stunden lang ging es um den Platz des Menschen in der Evolution. Auch ein Abstecher in Psychologie, Politik und Hirnforschung stand auf dem Lehrplan.

WITTEN/BOCHUM

von Von Beatrice Haddenhorst

, 29.08.2010
"Professor" Jürgen Becker amüsierte seine Zuhörer

Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker kam an den Kemnader Stausee.

Die Atmosphäre im Zelt verglich der Kölner Kabarettist mit Camping, wenn „der Mensch die eigene Verwahrlosung als Erholung ansieht“, um sich dann aber recht schnell seinen eigentlichen Themen zuzuwenden und den Menschen als „Verlierer der Evolution“ darzustellen. Von allem könne der Mensch etwas, aber nichts besonders gut. Als besonders drastisches Beispiel nannte Becker seine eigenen Landsleute, die Rheinländer: „Der Rheinländer kann nichts, traut sich aber alles zu, sogar U-Bahnbau.“

Eben weil der Mensch nichts so richtig beherrsche, um sich damit am Leben zu erhalten, habe er wohl die Denkfähigkeit entwickelt und könne nicht mehr wie ein Tier einfach dösen. Die mangelnde Fähigkeit zu dösen sieht Becker als Ursache manchen Übels, auch der Globalisierung: „Ein Känguru bleibt in Australien, was soll es auch in Witten. Aber wenn aus dem Beutel des hüpfenden Kängurus plötzlich ein Pinguin rausguckt und kotzt, dann ist das Globalisierung.“

Ein Abend mit Jürgen Becker bietet nicht nur Spaß und Unterhaltung sondern auch jede Menge Stoff zum Nachdenken und Nachforschen. Seine teils sehr bissigen und kritischen Anmerkungen zu Judentum, Christentum und Islam, zeigen dass der Kölner die geschichtlichen Hintergründe kennt und genau weiß, worüber er sich lustig macht. Wer den Religionen nicht selbst ein wenig kritisch gegenüber steht, vermag einen Abend mit Jürgen Becker kaum in vollen Zügen zu genießen. Das Publikum bei Zeltfestival hatte damit allerdings keine Probleme. Da konnte man sogar die Kälte im Zelt an diesem herbstlich nassen Spätsommerabend verschmerzen.