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Programmierbare Puppen halten Teenager auf Trab

Projekt "Baby-Bedenkzeit"

Windeln wechseln, Fläschchen geben, nachts aufstehen – fünf Schülerinnen der Overbergschule waren eine Woche lang Mama auf Probe. Sie lernten beim Projekt "Baby-Bedenkzeit", was es bedeutet, Tag und Nacht für ein Baby verantwortlich zu sein.

INNENSTADT

von Von Barbara Zabka

, 31.05.2012
Programmierbare Puppen halten Teenager auf Trab

Das Projekt "Baby-Bedenkzeit" ist an der Overbergschule erfolgreich zu Ende gegangen. Die fünf beteiligten Mädchen sind um viele Erfahrungen reicher.

„Das war eine sehr wertvolle Erfahrung“, sagt Laura (14). Schweren Herzens gibt sie ihre Babypuppe namens Melanie wieder ab. Laura war eine Woche lang ganz allein für ihre Puppe zuständig. „Ich habe sie richtig ins Herz geschlossen.“ Die beiden anderen Puppen wurden von Gizem (14), Rosa (15) Julia (16) und Janine (15) versorgt. Die Baby-Puppen sind etwas besonderes. „Sie lassen sich programmieren“, erklärt Astrid Kassette von Pro Familia. „Sie schreien, wenn sie Hunger haben, müssen gewickelt werden, wollen auf den Arm. Und das rund um die Uhr. Es gibt sieben verschiedene Programme. Die Mädchen können das Geschrei nicht per Knopfdruck ausschalten.“

Im Vorfeld mussten die Mädchen alles für ihr Baby besorgen: Kinderwagen, Kleidung, Windeln, Fläschchen. „Wie bei einer richtigen Schwangerschaft. Denn das Kind fällt ja nicht einfach so vom Himmel. Aber da bereiten wir die Mädchen intensiv darauf vor“, so Astrid Kassette. „Am Anfang war es blöd und lästig“, sagt Janine. „Aber dann spürte ich so etwas wie Mutterinstinkte in mir.“ Den anderen ging es ähnlich. „Alle meine Gedanken kreisten nur um das Kind“, sagt Gizem. Die fünf Mädchen haben Erfahrungen gesammelt. Vor allem die, dass es noch zu früh ist für ein Kind. Das Projekt „Baby-Bedenkzeit“ ist ein Projekt von Pro Familia und den „Frühen Hilfen“ der Stadt.