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Protest gegen Wohnheim bleibt

WELLINGHOFEN Der Anwohner-Protest gegen den Bau eines Wohnheims für psychisch Behinderte in Wellinghofen hat sich festgesetzt. Nachbarn der Wellinghofer Amtsstraße lehnen das Projekt des Landschaftsverbandes entschieden ab.

von Von Peter Bandermann

, 18.10.2007

Ihren Protest gegen den Bau eines Hauses für drei Wohngruppen mit acht Plätzen begründeten Anwohner am Donnerstag in einer von der Stadt einberufenen Einwohnerversammlung mit dem von der stark befahrenen "Holtbrügge" ausgehenden Verkehrslärm. Dabei erinnerten sich Nachbarn u. a. an die hohen Lärmschutzauflagen, die ihnen auferlegt wurden, als sie ihre Häuser bauten. Wenn an gleicher Stelle nun psychisch Behinderte dem Lärm ausgesetzt würden, sei dies gerade diesen Menschen gegenüber unverantwortlich.

Eine Mitarbeiterin des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)  entgegnete, dass der Investor - der Hörder Bauunternehmer Freundlieb - sehrwohl den Lärmschutz berücksichtige. Für das Wohl der 24 Bewohner werde selbstverständlich gesorgt, so Marlies Preising in der zwar ruhig, aber auch emotional geführten Diskussion. Teilweise schürte Unrechtsempfinden die Skepsis der Kritiker. So beklagte eine Anwohnerin, dass ihr Antrag, ein drittes Geschoss aufs Einfamilienhaus zu setzen, abgelehnt worden sei. Jetzt ändere die Stadt "mal eben so" den Bebauungsplan, damit der LWL teilweise dreigeschossig bauen könne.

Für Irritationen sorgte auch die Einladung des Bezirksvorstehers Manfred Renno. Den darin erwähnten Wohnheim-Plan verstand ein Anwohner als "beschlossene Sache" . Rennos Stellvertreterin Petra Kamolla stellte klar, dass der Ausschuss für Stadtentwicklung und die Bezirksvertretung in Hörde lediglich das Verwaltungsverfahren für die Änderung des Bebauungsplanes angestoßen hätten. Gleichwohl weisen die seit dem Bekanntwerden der Pläne zu erkennenden politischen Signale auf die Unterstützung durch die Kommunalpolitik hin.

Abwehren konnten die stellvertretende Bezirksvorsteherin und das Stadtplanungsamt die Proteste der Anwohner nicht. Im Gegenteil: Ihr Eindruck, dass hinter den Kulissen längst alle Entscheidungen getroffen worden sind, wurde unter den Kritikern am Donnerstag in Wellinghofen bestätigt. Eindeutig fielen die Kommentare beim Verlassen der Aula Am Lieberfeld aus.

Die inhaltlichen Bedenken wurden von der Stadt protokolliert. Im ersten oder zweiten Quartal wird die Verwaltung den politischen Gremien einen Beschlussvorschlag unterbreiten und dabei die Kritik berücksichtigen. Das letzte Wort hat der Rat der Stadt.

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