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Prozess platzt wegen Nervenzusammebruch

Schwerer Kindesmissbrauch

Ein Herner soll die Tochter seiner Ex-Freundin schwer missbraucht haben. Der Prozess platzt jedoch, bevor er beginnen kann. Kurz vor ihrer Aussage bricht die Schülerin zusammen.

Bochum/Herne

von Jörn Hartwich

, 09.07.2018
Prozess platzt wegen Nervenzusammebruch

Ein Herner soll die Tochter seiner Ex-Freundin schwer missbrucht haben. Er selbst bestreitet die Tat. © picture alliance/dpa

Im Mittelpunkt des Prozesses am Bochumer Landgericht steht die Aussage eines heute 14-jähriges Mädchen. Sie hatte den Ex-Partner ihrer Mutter schwer belastet, kurz vor ihrer Zeugenaussage dann aber einen Nervenzusammenbruch erlitten. Und das nicht zum ersten Mal. Die Schülerin hat schlimmste Erfahrungen hinter sich. Sie ist in den vergangenen Jahren mehrfach sexuell missbraucht worden. So steht es in einem anderen Urteil des Duisburger Landgerichts. Bei diesem Verfahren hatte sie es zwar noch bis in den Gerichtssaal geschafft, war dem Druck der Befragung aber dann ebenfalls kaum gewachsen.

In Bochum sollte nun eigentlich ein weiterer Missbrauchsfall verhandelt werden. Doch schon der Erhalt der Zeugenladung muss bei der 14-Jährigen schlimmste Reaktionen ausgelöst haben. Ärzte, Psychologen und Betreuer gehen davon aus, dass die Schülerin frühestens in sechs Monaten wieder vernehmungsfähig ist.

Neuer Versuch 2019

Die Richter haben das Verfahren daraufhin kurzerhand beendet. Im Januar 2019 wollen sie nun einen neuen Versuch starten.

Dem 58-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, sich Ende 2013 an der damals Zehnjährigen vergangen zu haben. In der Anklage ist von einem besonders schweren Missbrauchsfall die Rede. Mindeststrafe: zwei Jahre Haft.

Der Berufskraftfahrer aus Herne hat die Vorwürfe allerdings immer bestritten. Um eine Vernehmung der Schülerin kommen die Richter deshalb nicht herum.

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