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Prozessauftakt: Anklage verliest brutale Details aus Höxter

Paderborn/Höxter (dpa) Was geschah auf dem Gehöft im ostwestfälischen Höxter? Zum Prozessauftakt schildert der Staatsanwalt grausame Details. Frauen wurden demnach körperlich und seelisch systematisch gequält, um sie gefügig zu machen und ihren Willen zu brechen.

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In diesem Haus in Höxter soll das Paar seine Opfer misshandelt haben. Foto: Friso Gentsch

Polizeibeamte tragen im Mai Kartons aus dem Haus der Beschuldigten in Höxter Foto: Friso Gentsch

Hier sollen der 46-Jährige und seine Ex-Frau mehrere Frauen brutal misshandelt haben: Das "Horror-Haus" von Höxter. Foto: Jonas Güttler

Eine Kerze brennt vor dem Wohnhaus des beschuldigten Ehepaares in Höxter. Foto: Jonas Güttler/Archiv

Polizeisiegel kleben im September auf der Tür des "Horror-Hauses". Das Paar soll seine Opfer dort misshandelt haben. Foto: Friso Gentsch

Das Luftbild einer Drohne zeigt im September das Haus (M), in dem ein Paar seine Opfer misshandelt haben soll. Foto: Friso Gentsch

Zum Start im Prozess um das "Horror-Haus" von Höxter hat die Staatsanwaltschaft grausame Details aus der Leidenszeit der Opfer geschildert.

Mit schwersten körperlichen Misshandlungen und seelischen Grausamkeiten sollten die Opfer gefügig gemacht werden, wie Oberstaatsanwalt Ralf Meyer vor dem Landgericht Paderborn sagte. Mehr als 20 Minuten lang schilderte der Ankläger am Mittwoch, wie die späteren Todesopfer aus Niedersachsen mit Tritten, Schlägen, Verbrühungen und Gift misshandelt worden seien. "Dabei gaukelten die Angeklagten den Frauen zuerst die große Liebe des 46-jährigen Wilfried W. vor, nachdem sie mit Zeitungsanzeigen nach Ostwestfalen gelockt worden waren", sagte Meyer.

Ziel sei es gewesen, Frauen für W. als Leibeigene für alle Lebenslagen zu bekommen. Den Willen der Frauen sollen die beiden Angeklagten systematisch mit Gewalt gebrochen haben. Dazu ketteten sie sie den Schilderungen zufolge stundenlang an, traten den Frauen die Beine weg oder verbrühten deren Haut. Schlafen mussten sie nachts in einer kalten Scheune. Eine der Frauen sei angekettet fast in einer volllaufenden Badewanne ertrunken.

Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika W. müssen sich wegen zweifachen Mordes durch Unterlassen sowie mehrfacher Körperverletzung verantworten. Die beiden Angeklagten sollen die Frauen über Jahre hinweg mit Kontaktanzeigen in ihr Haus gelockt haben. Die beiden Frauen aus den niedersächsischen Städten Uslar und Bad Gandersheim starben in Folge der Quälereien, eine weitere Frau aus Magdeburg entkam. Mit der Frau aus Uslar war der Angeklagte verheiratet - ihre Leiche wurde nie gefunden.

Andere Frauen soll das mutmaßliche Täterduo um größere Geldmengen gebracht haben. Die Staatsanwaltschaft geht im Zuge der noch laufenden Ermittlungen von insgesamt mindestens acht Opfern aus.

Aufgeflogen war das Paar im Frühjahr 2016, als sie ihr letztes Opfer zurück nach Bad Gandersheim bringen wollten. Nach einer Autopanne starb das Opfer im Krankenhaus und die Polizei wurde auf die beiden aufmerksam.

Fortgesetzt wird der Prozess am 16. November. Angelika W. hat beim Auftakt angekündigt, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Ihr Ex-Mann will eine Stellungnahme von seinem Verteidiger verlesen lassen. In drei Wochen werden die Gutachter im Mittelpunkt stehen. Bislang fehlt dem Gericht noch die psychiatrische Bewertung von Angelika W. Bei dem vorliegenden Gutachten zu Wilfried W. hat Verteidiger Detlev Binder am Mittwoch Zweifel an der wissenschaftlichen Aussagekraft geäußert und einen neuen Sachverständigen gefordert.

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