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Psychiater rät Regenopfern: Angst nicht verdrängen

IM WESTEN Was tun, wenn die Gedanken an das Hochwasser wieder hochkommen, und mit ihnen die Ängste? "Nein", sagt Dr. Finkbeiner, Chef der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Evangelischen Krankenhaus Lütgendortmund. "Es ist wichtig, seine eigenen Gefühle ernst zu nehmen."

von Von Matthias vom Büchel

, 14.08.2008
Psychiater rät Regenopfern: Angst nicht verdrängen

Dr. Thomas Finkbeiner.

Seine Empfehlungen: "Sprechen Sie über das Erlebte. Das beschleunigt die Verarbeitung, es entlastet und sorgt für emotionale Ausgeglichenheit."

Auch sollten die Betroffenen nicht versuchen, die nun anstehenden Probleme allein zu lösen, rät der Experte. "Wenn es nötig ist sollte man soziale, materielle oder familiäre Hilfsangebote nutzen." Aktivität vertreibt Albträume

Hilfreich kann es auch sein, sich in die Arbeit zu stürzen. Sind Anspannung, Unruhe, oder auch wiederkehrende Albträume sehr stark, so werden diese durch körperliche Aktivität meist gelindert. "Gerade nach einem Ereignis wie der Hochwasser-Katastrophe hilft körperliche Arbeit, die Übererregungssymptome des vegetativen Nervensystems abzubauen." Ratsam ist es nach Meinung des Psychiaters auch, sich nicht in eine Opferrolle zu begeben. "Es ist wichtig, aktiv zu bleiben und eine aktive Haltung beizubehalten."

Bei sehr starken Ängsten und Schlafstörungen sollten die Betroffenen sich auch nicht scheuen, einen Arzt aufzusuchen", rät Dr. Finkbeiner. Denn wenn Ängste oder Schlafstörungen sehr ausgeprägt sind, können vorübergehend ärztliche Maßnahmen wie die Verordnung von Entspannungstechniken oder die vorübergehende Verordnung von beruhigenden Medikamenten durchaus angebracht sein.