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3:3 in Ingolstadt

Pulisic rettet BVB beim Letzten einen Punkt

INGOLSTADT In einem spektakulären Fußballspiel rettete Borussia Dortmund beim 3:3 (0:2) gegen den FC Ingolstadt 04 zumindest noch ein Unentschieden. Lange Zeit enttäuschte der BVB, ehe er mit einer fulminanten Schlussoffensive noch den Ausgleich erzwang.

Pulisic rettet BVB beim Letzten einen Punkt

Christian Pulisic traf in der Nachspielzeit zum 3:3.

Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel änderte seine Startelf im Vergleich zum Spiel in Lissabon auf fünf Positionen. Für den leicht erkälteten Roman Bürki stand Roman Weidenfeller im Tor. Lukasz Piszczek kehrte auf seine Position hinten rechts zurück, Joo-Ho Park sollte links anstelle von Felix Passlack verteidigen. Im Mittelfeld erhielten Mario Götze und Christian Pulisic eine Pause, Adrian Ramos und Gonzalo Castro deren Plätze in der Anfangself. Ramos und Kapitän Pierre-Emerick Aubameyang bildeten dann eine Doppelspitze vor einer offensiven Dreierreihe mit Castro, Shinji Kagawa und Ousmane Dembele.

Umstellen mussten sich erst die die Fans – die Dortmunder traten vor 15.000 Zuschauern bei den „Schanzern“ in den schwarzen Ausweichtrikots an. Und dann die Borussen selber:  Schon nach sechs Minuten stand es 0:1: Nach einer Freistoßflanke von Markus Suttner von der rechten Seite kam der Ball am Fünfmeterraum runter, wo sich niemand für Almag Cohen verantwortlich fühlte (6.). Weidenfeller war gegen dessen Abschluss aus fünf Metern machtlos.

Fast Slapstick-Charakter

Das frühe Tor spielte den Gastgebern in die Karten und verunsicherte die taktisch und personell derart neu zusammengestellte BVB-Elf komplett. Von Schwung und breiter Brust und gestiegenem Selbstvertrauen war zu diesem Zeitpunkt nix mehr zusehen. Ingolstadt sorgte dafür, dass die Partie ein Kampfspiel wurde, und da hatten die Gastgeber die besseren Karten.

Da hatte es schon fast Slapstick-Charakter, dass auch der zweite Treffer der „Schanzer“ nach einer ganz ähnlichen Freistoß-Situation fiel. Diesmal landete Suttners Flanke bei Dario Lezcano, der die Kugel aus acht Metern per Kopf ins hintere Toreck drückte (24.). Das 0:2 zur Pause ging auch in der Höhe in Ordnung.

Behäbig im Spielaufbau

Bei Hinterseers Seitfallzieher mitten im BVB-Strafraum war Weidenfeller mit seinen Fangarmen zur Stelle (13.), dann verpasste derselbe Spieler nach einer weiten Flanke von der linken Seite völlig freistehend (36.). Und auch Pascal Groß, der erst die BVB-Abwehr narrte und dann aus kurzer Distanz an Weidenfeller scheiterte (44.) und Cohen mit seinem Gewaltschuss (45.+1) besaßen gute Möglichkeiten.

Und die Borussen? Waren behäbig im Spielaufbau, unkonzentriert im Passspiel und, so schien es, mit dieser Situation teilweise auch ein Stück weit überfordert. Zaghafte Versuche des Aufbäumens ließen sich zwar erkennen, es wollte aber nichts so recht gelingen. Auch oder gerade weil der FCI die Schwarzgelben hartnäckig verfolgte und bei Ballbesitz sofort stellte. Selbst für zeitweise zehn Dortmunder Feldspieler in der gegnerischen Hälfte gab es kein Durchkommen. Distanzschüsse durch Ousmane Dembele (16.) und Gonzalo Castro (28.) waren die torgefährlichsten Aktionen in Durchgang eins.

Pulisic ersetzt Park

Thomas Tuchel wirkte entgeistert ob der Leistung seiner Elf und reagierte zur Pause. Christian Pulisic kam für Joo-Ho Park in die Partie und beackerte fortan den rechten Flügel. Bei Ballbesitz spielte der BVB fortan hinten mit einer Dreierkette, phasenweise ließ sich Julian Weigl tief in die Abwehrreihe fallen. Nach einer knappen Stunde kam auch noch Mario Götze für Gonzalo Castro (59.).

Auch mehr als 70 Prozent Ballbesitz nutzten dem einfallslosen BVB lange nichts. Bis Aubameyang nach einer Flanke von Dembele endlich richtig stand und den Anschluss herstellte (59.). Der Start zur Aufholjagd? Mitnichten. Quasi im Gegenzug stand erneut Lezcano mutterseelenallein im Dortmunder Strafraum und musste die Flanke von Hadergjonaj nur noch an Weidenfeller vorbei im Tor unterbringen.

Dortmunder Druck nimmt zu

Der BVB-Keeper kam nicht mehr entscheidend dran (60.). Da tobte die Kulisse im kleinen, aber engen Audi-Park zu Ingolstadt, fast hätte Moritz Hartmann gleich noch einen Treffer nachgelegt - Pfosten (61.). Damit hatte der FCI gegen den BVB schon fast so viele Tore geschossen wie in den sieben Spielen zuvor, da waren es zusammen vier. Wenn die Schwarzgelben schon so freundlich einladen...

Kurz schien es, als habe der prompte Gegenschlag den Borussen den Zahn gezogen. Dann gelang mal eine flüssige Kombination über Dembele und Pulisic, Ramos zog aus elf Metern flach ab, und der BVB war mit dem 2:3 wieder im Geschäft (69.). Nun verlief die Partie wieder eindimensional - immer grob in Richtung FCI-Tor. Der Druck der Dortmunder nahm zu, die finale Viertelstunde wurde zum schwarzgelben Sturmlauf.

Passlack scheitert an Nyland

Der eingewechselte Felix Passlack scheiterte aus gut 20 Metern an Torhüter Nyland (79.), Götze bekam den Ball aus fünf Metern nicht am herausstürmenden Nyland vorbei (86.), Hadergjonaj klärte auf der Linie (88.). Die schwarzgelbe Schlussoffensive hätte durchaus einen Treffer verdient gehabt – und der fiel. Nach einer Ecke köpfte Ginter, Nyland wehrte kurz ab und Pulisic knallte den Ball zum Ausgleich in die Maschen (90.).

Die Borussen wollten feiern, doch Tuchel trieb sie sofort zurück in die eigene Hälfte, schließlich waren noch vier Minuten Nachspielzeit zu absolvieren. Ein verrücktes Spiel, in dem Aubameyangs Kopfball um Haaresbreite über das Tor strich (90.+3). Dann war Schluss.

Unerwarteter Punktverlust

Borussia Dortmund bleibt nach diesem unerwarteten Punktverlust in der Bundesliga zum dritten Mal hintereinander ohne Sieg und bleibt im oberen Mittelfeld stecken. Ingolstadt reichte die Rote Laterne an den HSV weiter. Der BVB empfängt in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Mittwoch (20.45 Uhr) den Zweitligisten Union Berlin. Am nächsten Samstag kommt der FC Schalke 04 zum Revierderby (18.30 Uhr).

 

 

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