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Quer(renburger) Köpfe

BOCHUM Vor 40 Jahren, in 1968, wurden die ersten 500 Wohnungen der Hustadt bezogen. Dies nahmen die Bürger als Geburtsstunde der "Universitätsrahmenstadt" - denn als solche war sie angelegt, zwischen Opelwerk und Universität.

von von Sabine Josten

, 24.08.2008
Quer(renburger) Köpfe

So grau die Fassade auf den ersten Blick zu sein scheint, es steckt viel Leben dahinter.

"Damals gab es noch keine Infrastruktur - keine Straßen, keine Geschäfte ... die Menschen stapften in Gummistiefeln über die bis dahin nicht vorhanden Straßen", lacht Rolf Haarmann vom UMQ, Verein für Begegnungs- und Straßenkultur. Wohnungen seien für die Zeit sehr modern gewesen. Hätten beispielsweise, im Geiste der Akademie, jeweils ein Arbeitszimmer vorgesehen. "Das waren wilde Zeiten", bestätigt er. Denn die Menschen dort, ganz der Geist der studentenbewegten 68er, engagierten sich schnell in Bürgerorganisationen.

Renitente Mieter

Mieter prüften ihre Nebenkostenabrechungen und beschwerten sich bei Unregelmäßigkeiten, kämpften dafür, dass die Hustadt Supermärkte, Kindergärten und Ärzte erhielt, denn die waren planerisch gar nicht vorgesehen.

"Heute grüßen sich die ehemaligen Mieter und Vermieter freundlich, "lacht Haarmann, "aber ihre aufregende Vergangenheit haben beide nicht vergessen." Dieses bürgerschaftliche Engagement habe sich bis heute gehalten, auch im Umgang mit Migranten. "Damals wie heute haben sich die Menschen hier unterstützt." Und sie geben weiterhin keine Ruhe.

Keine Angsträume "Viele reden davon, in der Hustadt gebe es viele Angsträume. So nennen Stadtplaner das ja", meint Haarmann. Allerdings sei das ein Eindruck, den Außenstehende hätten. Menschen, die in der Hustadt leben, klagten darüber nicht. Er erzählt, dass anlässlich des neuen Stadtumbaus West ein Film gedreht worden sei, in dem auch die Bürger nach ihrer Meinung über die Hustadt gefragt worden seien. "Negative Äußerungen waren da nicht zu hören", weiß Haarmann.

Als die Menschen den Stadtteil mit einem Auto vergleichen sollten, sagten die meisten: Er ist ein Bus, mit vielen verschiedenen, lachenden Gesichtern darin.

Viel Leben

Wer sich auf dem Fest am Wochenende umsah, sah das. So grau die Fassade auf den ersten Blick zu sein scheint, es steckt viel Leben dahinter.