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Windparks

RWE sieht hohen Schaden durch Offshore-Verzögerung

Berlin Der Energieriese RWE warnt eindringlich vor weiteren Verzögerungen beim Netzanschluss für Windparks. Trotzdem will der künftige Vorstandschef Terium weiterhin in Windparks investieren - noch mehr aber in Gaskraftwerke.

RWE sieht hohen Schaden durch Offshore-Verzögerung

Das Energieunternehmen RWE sieht wegen der sich immer weiter verzögernden Anbindung seines Windparks Nordsee-Ost einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich. Die Verzögerung des Netzanschlusses durch Probleme beim Netzbetreiber Tennet betrage inzwischen 15 Monate, heißt es in einem Brief von Vorstand Leonhard Birnbaum und des Chefs der Ökoenergie-Sparte Fritz Vahrenholt an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Der Brief liegt der Deutschen-Presse-Agentur vor, zunächst hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. Geplant war, dass die Anlage vor Helgoland ab 2013 Strom liefern kann, nun dürfte es frühestens 2014 so weit sein.

Mit dem Bau des Windparks mit einer Leistung von 295 Megawatt kann ohnehin erst so richtig begonnen werden, wenn ein klares Datum für den Netzanschluss vorliegt. Die Investition von mehr als einer Milliarde Euro drohe unwirtschaftlich zu werden, kritisiert RWE in dem Schreiben, das auch an Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ging. Tennet habe am 1. Juni in einer Mitteilung eine weitere Verzögerung um mehrere Monate angezeigt, ohne das zu konkretisieren. Kurz vor seinem Amtsantritt als Vorstandschef der RWE kündigte Peter Terium in einem Gespräch mit dem Nachrichtensender n-tv an, die beschlossene Energiewende umzusetzen. „Wir haben jetzt andere Zeiten und andere Zeiten brauchen andere Lösungen“, sagte Terium auf die Frage, was er anders machen wolle als sein Vorgänger Jürgen Großmann. RWE werde in große Windparks investieren, auf hoher See wie auch an Land. Noch mehr aber werde das Unternehmen für Gaskraftwerke ausgeben. Terium tritt an diesem Sonntag die Nachfolge von Großmann an der Spitze des Essener Stromriesen an.

Im Zusammenhang der Offshore-Verzögerungen forderte RWE die AG Beschleunigte Netzanbindung von Wirtschafts- und Umweltministerium auf, rasche Lösungen durchzusetzen, etwa beim Schadenersatz. Rösler hatte bis zum Sommer Gesetzesvorschläge angekündigt, um die Windparks zügiger an das Netz anschließen zu können. Ein Hemmschuh sind unklare Haftungsfragen, dies bremst auch die Kapitalbeschaffung bei Tennet. Diskutiert wird zur Klärung der Haftungsfrage, ob Netzbetreiber künftig Ausgleichszahlungen gegenüber den Betreibern von Windparks geltend machen können, die durch Leitungsprobleme beim Windstrom entstehen.

Diese könnten wiederum über den Strompreis hereingeholt werden. Die Anbindungskosten für Windparks auf See werden über die Netzentgelte auf die Stromkunden umgelegt - auch deshalb kann der Strompreis steigen. Bis 2030 sollen Windparks in Nord- und Ostsee mit einer Leistung von 25 000 Megawatt entstehen und so 15 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken. 

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