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Radiowelle statt Hemmschwelle

WITTEN „Wir müssen einfach Geduld haben mit der deutschen Sprache“, sagt Thomasz. Er arbeitet seit sechs Monaten für das „radio unit(ed)“ – ein Modellprojekt für Migranten von vhs, WerkStadt und der JobAgentur EN.

von Von Julia Reidegeld

, 11.10.2007
Radiowelle statt Hemmschwelle

Organisatoren und Teilnehmer blicken positiv auf das letzte halbe Jahr ihres Modellprojekts „radio unit(ed)“ zurück.

Die JobAgentur EN vermittelte die Migranten an das Radio-Projekt, die vhs organisiert den Sprachkurs. „Mit dem Projekt können die Teilnehmer ihre Hemmschwelle, überschreiten“, erklärt Projektleiterin Ilkay Koparan. Gemeinsam mit Heinrich Müther-Scholz trifft sie sich mit Teilnehmern aus acht Nationen in der WerkStadt und bereitet die Sendungen vor.

Das Geheimnis liegt auf dem Weg

„Wir hatten schon das Thema Jugend in Witten oder Integration“, erklärt Medienpädagoge Müther-Scholz. Das Geheimnis besteht darin, „dass auf dem Weg zu einer Sendung auch über andere private Sachen gesprochen wird“, erklärt Müther-Scholz weiter.

Trotz der vielen Arbeit am Medium Radio ist es nicht das Ziel des Projekts die Teilnehmer zu Moderatoren auszubilden. Lediglich eine Migrantin machte bisher ein Praktikum beim Radio und Projektleiterin Koparan weiß, „dass die übrigen Teilnehmer ansonsten in anderen Bereichen unterkommen wollen.

Spracherwerb hilft bei Jobfindung

Zum Beispiel als Elektriker, Kosmetikerin, in der Kinderbetreuung oder in der Gastronomie.“ Auf die Frage, ob denn die Lernweise des Spracherwerbs entscheidend sei für eine spätere Einstellung, antwortet Christiane Finner, Geschäftsführerin der WerkStadt, die dem Projekt ein Dach über dem Kopf bietet: „Ein Teilnehmer arbeitet schon bei uns in der Gastronomie. Er hat super ins Team gepasst.“

Am Samstag stellen sich die Radiomacher auf dem Fest 113 in der WerkStadt vor. Einige Teilnehmer suchen noch eine Praktikumsstelle.