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Ausstellung "Letzte Chance - Abschied selbst gestalten" wird eröffnet

In der Villa Becker

Die Ausstellung „Letzte Chance - Abschied selbst gestalten, früher - heute“ wird am Montag (25.6.) in der Villa Becker an der Weseler Straße 32 eröffnet.

Raesfeld

20.06.2012

So eine Ausstellung in Raesfeld mag vielleicht überraschen. Doch der Tod kommt täglich in unsere Wohnzimmer, über Fernsehen und Internet, in PC-Spielen und in den Zeitungen. Viele Bilder prasseln auf uns ein. Oft, ohne uns noch wirklich zu berühren.

Wenn aber ein Familienmitglied oder Freund stirbt, sind wir umso erschrockener. Mit der Ausstellung möchten die Initiatoren vom Heimatverein Raesfeld und Ambulanten Hospizdienst der Caritas in Borken Mut machen, über Abschied nachzudenken, junge und alte Menschen in einen Dialog bringen. Bilder des Abschieds unter anderem vom Fotografen Ignaz Böckenhoff (1611-1994) und Reinhard G. Nießing sowie Kurzfilme und Installationen bilden den Rahmen zur Ausstellung. Ignaz Böckenhoff hat Zeit seines Lebens das Dorfgeschehen in Raesfeld fotografiert. Er hat auch Abschiede von verstorbenen Menschen mit der Kamera festgehalten. Früher war etwa eine Hausaufbahrung ein festes, Halt gebendes Ritual und Teil nachbarschaftlichen Lebens. „Diesen natürlichen, alltäglichen Umgang mit dem Sterben und dem Abschied haben wir aus unserem Leben weitestgehend verdrängt“, ist eine Feststellung der Ausstellungs-Initiatoren.

  • Den Auftakt am Montag (25.6.) macht Fritz Roth. Der Bestatter, Autor und Trauerpädagoge aus Bergisch-Gladbach hält ab 19.30 Uhr einen Vortrag zum Thema „Das letzte Hemd ist bunt“. „Es geht mir darum, uns Tod und Trauer wieder zu eigen zu machen, in den eigenen Lebens- und Handlungshorizont zu integrieren anstatt sie an Experten zu delegieren“, sagt Fritz Roth.
  • Am Dienstag (3.7.) schließt sich um 20.30 Uhr im VHS-Kino Borken der Kino-Film „Halt auf freier Strecke“ (FSK 6 Jahre) an. 
  • Am Donnerstag (5.7.) schließlich sprechen ab 19.30 Uhr in der Villa Becker Anke Gesing, Pflegedienstleiterin, und Judith Koschen, Hospizkoordinatorin und Trauerbegleiterin, zum Thema „Hätten wir‘s mal früher gewusst“.

Die Ausstellung in der Villa Becker ist bis zum 8. Juli montags bis freitags, jeweils von 14 bis 19 Uhr, samstags und sonntags, jeweils von 11 bis 18 Uhr, oder nach Vereinbarung zu sehen. Auf Anfrage sind altersgerechte Führungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene möglich; Kontakt unter Tel. (02861) 945810.

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