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Doggen-Welpen wurden zu "Kuckuckskindern"

Trick

Wenn sich eine Doggen-Mama nicht um ihre Welpen kümmert, ist guter Rat teuer. Die Erler Züchterin Ute Kramer griff in dieser Woche zu einem Trick.

ERLE

, 07.11.2014

Mit einem vorsichtigen Stupser sorgt Mutter Oktavia von den „Borkener Türmen“ dafür, dass ihre acht Tage alten Welpen die richtige Stellung beim Trinken einnehmen. Die frisch gebackene Doggen-Mutter hat bei ihrem ersten Wurf leider nur einen Welpen zur Welt gebracht. Durch Zufall wurde aber aus Einzelkind Germania-Akané ein Geschwisterkind von zwei weiteren Welpen, Hamlet und Heaven von den „Borkener Türmen“.

FOTOSTRECKE
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Doggen-Welpen

Die drei Doggen-Welpen fühlen sich bei Hündin Oktavia wohl.
07.11.2014
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Ein Mittagsschläfchen tut auch dann gut, wenn die Augen noch immer zu sind
Säugen und das Bäuchlein lecken gehören mit zu den wichtigen Aufgaben einer guten Hundemama
Überlebenswichtig: täglich das Bäuchlein lecken. Das regt die Verdauung an
Mutters Pfote
Die drei Doggenwelpen mit ihrer Mutter Oktavia.© Foto: Petra Bosse
Noch sind die Augen zu, aber jetzt schon ist Germania-Akané recht unternehmungslustig
Zärtlichkeit wird auch bei den Adovtivkindern groß geschrieben
Stolze Doggenmama Oktavia
Germania-Akané von den Borkener Türmen im Alter von 7 Tagen.© Foto: Petra Bosse
Mittlerweile 33 Welpen hat Ute Kramer mit ihrer Doggenzucht "Borkener Türme" bis in die Welt hinaus begleiten können.
Schlagworte Dorsten, Raesfeld

Über den jetzigen Zustand ist Züchterin Ute Kramer sehr glücklich. Zwei Doggendamen aus ihrem Rudel waren gleichzeitig trächtig. „Während Germania-Akané bei Oktavia auf ganz normalen Weg am Sonntag zur Welt kam, hatte die hochträchtige Adele unheimliche Schwierigkeiten, überhaupt ihren Wurf ins Freie zu befördern. Denn sie hatte gar keine Wehen“, erinnert sich Ute Kramer. So musste bei Adele ein Kaiserschnitt gemacht werden. Während Oktavia bereits seit einem Tag ihre Tochter mit viel Liebe abschleckte, säugte und die Mutterinstinkte voll entwickelt waren, wusste Adele überhaupt nichts mit ihren zwei Welpen anzufangen. „Zum einen war sie vom Kaiserschnitt sehr lange benommen und hat gar nicht mitbekommen, dass sie plötzlich Mutter von zwei Welpen war. Auch später wusste sie nichts damit anzufangen“, so Kramer, die dann zu einem unter Hundezüchter nicht untypischen Trick griff. Sie schmuggelte einfach Oktavia zwei Kuckuckskinder unter.

Sofort akzeptierte die Doggenhündin die kleinen verwaisten Welpen. Kräftig massierte die frischgebackene Pflegemama mit ihrer großen Zunge die Bäuchlein ihrer Findelkinder und kümmert sich gluckenhaft um „ihren“ Nachwuchs. Wenn laute Schmatzgeräusche aus der Kinderstube dringen, hört man, wie das Trio Hamlet, Heaven und Germania-Akané friedlich auf-, unter- und übereinander liegend sich genüsslich die kleinen Bäuchlein mit Milch voll schlagen. Mutter Oktavia schaut dann voller Mutterglück auf die kleinen Racker. Zwischendurch schubst sie schon mal den einen oder anderen mit ihren großen Pfoten in die richtige Lage, damit nur keiner der Drei verhungert und alle genügend Milch abbekommen.

Für die nächsten fünf bis sechs Wochen bleibt die Hundefamilie unter sich. „Ich bin froh, dass Germania durch die Adoption kein Einzelkind geblieben ist“, scherzt Ute Kramer. Wie bei Menschen wird bereits jetzt schon unter Welpen das Sozialverhalten gelernt. „Mit fünf bis sechs Wochen dürfen die Kleinen dann zu anderen Doggen ins Rudel. Hier werden sie dann sehr gut von den anderen Hunden sozialisiert“, so Kramer.  Sozialisiert heißt auch, dass hier die kleinen Welpen, wenn sie ihre großen Tanten und Onkel so richtig nerven, schon mal eine deutliche und laute Ansage bekommen. Kramer: „Danach geben die Kleinen sofort Ruhe und es besteht keine Wiederholungsgefahr. Denn da, wo besonders Mütter bei uns Menschen und ihren Kindern sehr inkonsequent sind, ziehen Hunde ihre Erziehungsmaßnahmen knallhart und teilweise sehr lautstark durch“.

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