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Justus Frantz begeisterte 2000 Zuhörer am Schloss

musik:landschaft westfalen

RAESFELD Mit Musikern aus vierzig Nationen und fünf Kontinenten formte Justus Frantz die "Philharmonie der Nationen", ein Klangkörper von Rang. Am Freitagabend waren die Musiker im Park des Wasserschlosses Raesfeld vor über zweitausend Besuchern zu hören.

von Von Werner Wenig

, 01.08.2010
Justus Frantz begeisterte 2000 Zuhörer am Schloss

Justus Frantz verneigte sich nach dem Konzert vor dem tosenden Applaus des Publikums.

Das Konzert war Teil des „Festivals musik:landschaft westfalen“, das in Raesfeld in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt wurde. Die Intention der Veranstalter war, „dass die Besucher der musik:landschaft westfalen klassische Musik in einem landschaftlich und architektonisch einzigartigen Ensemble entspannt erleben und genießen können.“ Das ist mit dem Konzert von Justus Frantz, der, wie Intendant Dirk Klapsing verriet, „von der Örtlichkeit begeistert war und sehr gerne nach Raesfeld gekommen ist“, hervorragend geglückt. Bei gutem Wetter und entspannter Atmosphäre spielten die Musiker des Orchesters gemäß des Mottos der Veranstalter: „Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit.“ Das Konzert glänzte mit Tschaikowskys „Klavierkonzert Nr. 1 b-moll op 23“, das am häufigsten gespielte Klavierkonzert überhaupt, wobei sich der junge russische Pianist Nikolai Tokarev mit absoluter Virtuosität in die Herzen der Zuhörer spielte.

Leider wies die Lautsprecherübertragung, bei einem open-air Konzert und großer Zuhörerschaft unverzichtbar, leichte akustische Mängel auf, worunter besonders die Streicher zu leiden hatten. Was dann folgte, fasste Justus Frantz unter dem Titel „Last Night of the Proms“ zusammen, was außerhalb Londons, wie Bürgermeister Andreas Grotendorst in seiner Begrüßungsansprache betonte, nur Justus Frantz gestattet ist.

Das Orchester spielte gewohnt professionell Richard Wagners Ouvertüre zu „Der fliegende Holländer“ und Auszüge aus „Schwanensee“ von Tschaikowsky. Bei der Ouvertüre zu „Die leichte Kavallerie“, „zu Westfalen besonders passend“, wie Frantz launig bemerkte, und bei Jacques Offenbachs Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ klatschten die Zuhörer mit, was für ein Konzertpublikum eher ungewöhnlich ist. Justus Frantz dirigierte professionell und mit offensichtlichen Vergnügen, gelegentlich lockerte er das Konzert mit kleinen Geschichten auf, zum Beispiel mit der Schilderung seiner Entdeckung von Anna Netrebko. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem farbigen und sehr sehenswerten Feuerwerk. Die Stimmung war so gut, dass einige Musiker nach Ende des Konzerts mit einem spontan gebildeten Bläserquintett die Zuhörer mit fröhlichen Stücken wie „Oh when the Saints go marchin‘ in“ erfreuten.