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Raesfeld feiert zehnjähriges Bestehen des Glockenturms

Symbolträchtiges Geläut

Vor zehn Jahren wurde am Lukaszentrum ein Glockenturm gebaut. Das kleine Jubiläum feierte die Gemeinde am Sonntag mit einem Festgottesdienst.

RAESFELD

von Von Sabine Bornemann

, 18.06.2012
Raesfeld feiert zehnjähriges Bestehen des Glockenturms

Nach dem Gottesdienst spielte das Fanfarencorps vor dem Glockenturm auf.

Als Pastor Rainer Bergmann 1994 nach Raesfeld kam, fuhr er zuerst am Gelände der Lukasgemeinde vorbei. Dabei war nicht erkennbar, dass hier eine Kirche steht. So regte er für diesen kleinen Pfarrbezirk der Hauptgemeinde Gemen bald den Bau eines Glockenturms am Lukaszentrum an. Es wurde der Förderverein „Die Glocke“ unter Vorsitz von Ottomar Apelt gegründet. Zweieinhalb Jahre später hatten die engagierten Gemeindeglieder die Hälfte der anfallenden Baukosten durch Spenden und Einkünfte aus Veranstaltungen und dem Café Lukas zusammen gespart: Im April 2002 begannen die Arbeiten, am 8. Mai feierte man schon Richtfest und am 2. Juni wurden die 4 Glocken eingeläutet. Dieses 10-jährige Jubiläum wurde am Sonntag in einem Festgottesdienst gebührend gefeiert. Pastor Giselher Werschkull aus Gemen konnte auch eine sehr passende musikalische Begleitung vorstellen: Dem „Handglockenchor Gescher“ gelang es, ein neues Bewusstsein für die selten so präsent wahrgenommene Klangwelt der Glocken und ihre große Vielfalt zu wecken.

Die achtköpfige Gruppe besteht seit 1989 und wird heute von Anke Vortmann geleitet. Jede Glocke produziert einen Ton aus der Tonleiter und jeder Spieler hat zwei solcher „Töne“ in der Hand. In einem erstaunlich gut koordinierten und auch rhythmisch absolut flüssigen Spiel konnten die Musiker mehrstimmige Klaviersätze zum Klingen bringen. Der Ton hallt nach, bis die Glocke den Körper berührt – so werden lange und kurze Notenwerte erzeugt. Auch dynamisch gibt es hier eine enorme Bandbreite. Die Besucher waren begeistert und klatschten mitten im Gottesdienst. Aber auch die liturgische Funktion der vier Raesfelder Glocken wurde erläutert: Zum Gottesdienst ruft die Glocke „Angelus“ – sie ist mit 150 kg Gewicht die schwerste und tiefste. Die Totenglocke heißt „Servus“ und teilt der Gemeinde mit, dass jemand zu Gott heimkehrt. Die Glocke „Dora“ läutet das Gebet ein und die kleinste und hellste Glocke „Anima“ mit 56 kg Gewicht fordert die Gläubigen zum Gotteslob auf. Alle vier Glocken wurden in der Gießerei in Gescher hergestellt und die Gottesdienstgemeinde konnte auch ihren harmonischen Zusammenklang genießen.