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Uhrengeschäft schließt nach 32 Jahren

Annette van Stegen

Nach 32 Jahren schließt Ende des Jahres das Uhren- und Schmuckgeschäft van Stegen an der Marbecker Straße für immer seine Türen. 1984 eröffnete Uhrmachermeister Johannes van Stegen den Laden – nach seinem Tod führte Ehefrau Annette van Stegen das Geschäft 16 Jahre alleine weiter.

18.10.2016
Uhrengeschäft schließt nach 32 Jahren

Nach 32 Jahren schließt Ingrid van Stegen das Uhren- und Schmuckgeschäft.

Über die Gründe für die Schließung und die Entwicklung im Uhren- und Schmuckmarkt sprach mit ihr Petra Bosse.

Warum schließen Sie den Laden? Ich denke, dass es mit meinen 60 Jahren ein guter Zeitpunkt ist, einen Schnitt zu machen. Ich habe all die Jahre mit viel Freude im Geschäft gestanden. Nun freue ich mich, auch endlich mehr Zeit für meine vier Kinder und drei Enkelkinder zu haben.

Was waren die besten Jahre in ihrem Geschäftsleben? Als wir in den 1980er-Jahren das Geschäft eröffneten schenkten uns die Raesfelder schnell ihr Vertrauen. In den letzten Jahren mussten wir leider einen Rückgang der Umsätze feststellen. Wir hatten zwar immer noch gut zu tun, mit Schmuckänderungen oder Uhrenreparaturen, aber der Verkauf war rückläufig.

Was glauben Sie, woran das liegt? Früher wurden Uhren noch als Zeitmesser getragen, heute mehr als Accessoires. Die Uhr muss zum Outfit passen. Dann kamen die Handys auf dem Markt und wurden auch als Zeitmesser benutzt. Dieser Trend kehrt sich gerade wieder etwas um. Die Leute lernen Uhren wieder mehr zu schätzen. Auch der Verkauf von Schmuck ist schwieriger geworden. Früher haben die Leute zu besonderen Anlässen immer gute und schöne Sachen bei uns gekauft. Heute kaufen viele - und nicht nur junge Leute - im Internet. Wir dürfen dann häufig nur noch die Ringgröße anpassen oder die Uhrenarmbänder kürzen.

Was unterscheidet ihr Geschäft vom Internethandel? Die persönlichen Gespräche. Wenn die Männer vor Weihnachten in mein Geschäft kommen, fragen sie mich häufig, was ihren Frauen wohl gefallen könnte. Die Frauen geben mir vorher einen Tipp, was ihnen gefällt. Ich kenne meine Kundinnen und Kunden und so war es nicht ungewöhnlich, dass ich auf Messen an sie dachte und gezielt für sie einkaufte.

Ihre Kinder möchten den Laden nicht übernehmen? Nein, mein Sohn wohnt in Hamburg und arbeitet dort als Uhrmacher. Meine Tochter ist Goldschmiedin in Köln. Sie hätten hier beruflich keine Zukunft gehabt. Kinder müssen ihre eigene Wege gehen.

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