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Rainer Slotta: Der Bergmann geht in Rente

Deutsches Bergbaumuseum

Sein Name ist mit dem Bergbaumuseum verknüpft wie kein anderer. Jetzt naht für Direktor Prof. Dr. Rainer Slotta die Stunde des Abschieds. In Kürze tritt Dr. Stefan Brüggerhoff seine Nachfolge an. Er kennt sich bestens aus im Haus.

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 21.03.2012
Rainer Slotta: Der Bergmann geht in Rente

Auf Betreiben von Rainer Slotta fand 1998 der erste Bochumer Knappentag statt. Er erfreut sich seitdem ständig wachsender Beliebtheit.

Direkt nach seiner Promotion an der Ruhr Universität wechselte der gebürtige Essener 1985 nicht – wie zunächst angedacht – in eine süddeutschen Metropole, sondern als wissenschaftlicher Mitarbeiter ans Museum. Allerdings nicht direkt an die „Zentrale“, sondern zur Dortmunder Außenstelle.

Der überzeugte Ruhrgebietler Stefan Brüggerhoff ist mittlerweile zweimal umgezogen. Privat nach Mühlheim, mit dem Schreibtisch nach Bochum. Hier ist sein Forschungsbereich Denkmalschutz/Materialkunde. Dazu nimmt die Übernahme der Leitung immer breiteren Raum ein. „Eine wirklich faszinierende Aufgabe“, sagt er selbst. Neben der Vorfreude hat der künftige Direktor bereits erste Vorstellungen entwickelt. Wohl wissend wie groß die Fußspuren sind, die ihm Rainer Slotta hinterlässt. Der am 1. Mai 1946 in Saarbrücken geborene Wissenschaftler hat sich in Jahrzehnten viele Verdienste erworben, die im Dezember 2010 mit der Verleihung des Verdienstkreuzes eine öffentliche Würdigung erfuhren. Auch Slotta war als wissenschaftlicher Mitarbeiter 1977 vom Museum eingestellt worden. Zehn Jahre später wurde ihm die Leitung übertragen. Mit über 400 Publikationen zum Berg-, Hütten und Salinenwesen sowie seiner anerkannten Tätigkeit trug Rainer Slotta wesentlich mit dazu bei, das Bergbaumuseum zu einem international renommierten Forschungsinstitut auszubauen. Auch aktuell laufen eine Vielzahl von Forschungsvorhaben.

Dem Bergbaudirektor Rainer Slotta war es immer wichtig, die Ergebnisse der Forschung adäquat zu präsentieren. In vielen Gesprächen warb er so lange für einen Anbau, bis die Finanzierung unter Dach und Fach war. 2009 konnte endlich der Schwarze Diamant seiner Bestimmung übergeben werden. Ein weiteres Feld, auf dem sich Slotta große Verdienste erworben hat, ist die Pflege des bergmännischen Brauchtums im Ruhrgebiet. Der im Jahr 1998 auf Betreiben Slottas erstmals veranstaltete Bochumer Knappentag erfreut sich ständig wachsender Beliebtheit. Als letzten großen Impuls hat sich Rainer Slotta für eine Modernisierung der Ausstellung stark gemacht. Ein Projekt, das Stefan Brüggerhoff in den nächsten Jahren mit Nachdruck vorantreiben will. „Bis 2014/15 wollen wir sieben Hallen umbauen“, sagt er. Bereits Ende April werden die Besucher sehen können, wie sich das Museum künftig aufstellen will. Dann wird die erste von aktuell vier geschlossenen Hallen wieder eröffnet. „Drei werden im Aufbau zu sehen sein.“

Die neue Einstiegssituation wird sich ganz um das Thema Rohstoffe drehen. „Die meisten wissen nicht, wie sehr wir davon abhängig sind“, sagt Brügerhoff. Deshalb wird das Museum etwas weg von der technischen Präsentation hin zur stärkeren thematischen Auseinandersetzung Mensch, Rohstoff, Umwelt wandern. Kleine und damit schneller veränderbare Forschungsinseln sollen veränderten Sehgewohnheiten ebenso Rechnung tragen wie multimediale Präsentationen. Neben den konkreten Vorhaben gibt es die Vision 2018. Wenn der Bergbau in Deutschland ausläuft, will das Museum Großgeräte präsentieren – und auch künftigen Generationen den Bergbau sinnlich erfahrbar machen. Das bedeutet viel Arbeit, klingt aber extrem spannend. Glück Auf!