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Ramadan lähmt Moschee-Tag

BOCHUM Sprechen ist für Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz nicht gerade einfach. Zumindest, wenn es sich um Türkisch handelt. Das "gestand" sie gestern beim Tag der offenen Moschee. Der allerdings sehr ruhig und ohne Programm ausfiel: Schließlich ist Ramadan.

von Von Sebastian Ritscher

, 03.10.2007
Ramadan lähmt Moschee-Tag

<p>Die meisten Besucher waren Muslime. Ritscher</p>

Seit 2001 öffnen die Gebetsräume an der Schmidtstraße ihre Pforten zum Tag der Moschee, um Besucher willkommen zu heißen und einen Einblick in Kultur und Religion zu gewähren. Allerdings fand der Tag schon größeren Anklang als am Tag der Deutschen Einheit. "Sonst gab es schon mehr Besucher", wirft Ifak-Sozialarbeiter Mustafa Calikoglu einen Blick zurück.

Gemeinde fastet

Ein Grund für den fehlenden Besucherstrom könnte fehlendes Programm sein. Wo sonst vor der Moschee Zelte aufgebaut waren und Besucher unterhalten wurden, hielt sich die Gemeinde dieses Jahr zurück. Kein Wunder, zur Zeit steht Fasten an, den es ist Ramadan. "Nächstes Jahr wird es wieder schöner", versicherte Calikoglu. Dann würde der Tag der offenen Moschee auf den dritten Oktober und das Ende des Ramadan fallen. "Drei Tage lang ist dann Zuckerfest."

Nicht alle Menschen brauchen ein buntes Programm, um andere Religionen kennen zu lernen. Unter den wenigen Besuchern war die Oberbürgermeisterin. Über deren Besuch freute sich Vorbeter Abdullah Okuroglu besonders. Neben Blumen gab es warme Worte und Hoffnung: "Diese Gemeinsamkeit soll nicht in dieses Räumen verbleiben, sondern nach außen getragen werden".

Kunst-Transfer

Aber zuerst beleuchtete eine Power-Point-Präsentation die Moschee und die Gemeinde. 1989 gegründet, betreut sie 3000 Menschen islamischen Glaubens und bietet in ihren Räumen verschiedene Kurse zur Integration an.

Integration war Scholzens Stichwort. Wie diese in der Stadt zu finden ist, erzählte sie den Lauschenden. "Wir haben vieles auf den Weg gebracht", so das Stadtoberhaupt und wusste um die Bedeutung. "Diese Aufgabe ist auch deshalb wichtig, weil wir, im Rahmen des demografischen Wandels, weniger, älter und bunter werden".

Der Integrationsauschuss, das Integrationsbüro und die Integrationskonferenz fanden in der oberbürgermeisterlichen Rede ebenso Beachtung wie die integrierte Stadtentwicklung und der deutsch-türkische Kunst-Transfer im Museum.

Integration, so betonte die OB, seien kein Neben-, sondern ein Miteinander. Dass sie sich auch Mühe gibt, stellte sie prompt unter Beweis. "Ich kann auf Türkisch noch immer nicht Danke sagen, das ist so schwer", gestand sie. Und so entwickelte sich der Rundgang durch die Gebetsstätten schnell zu einem Mini-Sprachkurs.