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Razzia bei Rockergruppe „Osmanen Germania“: Über 20 Städte

Düsseldorf/Essen. Einfach nur ein Boxclub oder eine kriminelle Vereinigung? Das Innenministerium hält die Rockergruppe „Osmanen Germania“ für gefährlich - und hat zum Schlag gegen die türkischstämmige Gruppe ausgeholt.

Razzia bei Rockergruppe „Osmanen Germania“: Über 20 Städte

Schild an einer Polizeiinspektion. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv

Mit Durchsuchungen ist die Polizei am Dienstagmorgen in über 20 Städten von Nordrhein-Westfalen gegen die türkisch-nationalistische Rockergruppe „Osmanen Germania“ vorgegangen. Die Durchsuchungen sind Teil einer bundesweiten Aktion neben NRW auch in Hessen und Baden-Württemberg. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins den Strafgesetzen zuwiderlaufen.

In Nordrhein-Westfalen durchsuchten laut NRW-Innenministerium rund 800 Beamte mehr als 40 Wohnungen und Geschäftsräume des Vereins. „Bund und Länder zeigen mit den heutigen Maßnahmen, dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden“, erklärte der geschäftsführende Innenminister Thomas de Maizière laut Mitteilung. „Das liegt voll auf unserer nordrhein-westfälischen Null-Toleranz-Linie“, erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).

Nach Angaben der Polizei in Essen wurden am Morgen in NRW insgesamt 41 Objekte unter die Lupe genommen, gegen 08.30 Uhr liefen die Einsätze noch. Dabei setzte die Polizei teilweise auch Spezialkräfte ein, weil die betroffenen Rocker als gefährlich eingeschätzt würden. Die Durchsuchungen sollten der Aufklärung von Vereinsstrukturen und Aktivitäten dienen. Um die Durchsetzung eines Vereinsverbots gehe es nicht. Einsätze gab es unter anderem in Ahlen, Duisburg, Essen, Köln, Recklinghausen und Wuppertal.

Der Verein bezeichne sich als Boxclub und gebe vor, Jugendliche von der Straße holen zu wollen, hieß es beim Bundesinnenministerium. Tatsächlich aber liege der Zweck in der gewalttätigen Gebiets- und Machtentfaltung sowie in der Selbstbehauptung gegenüber konkurrierenden rockerähnlichen Gruppierungen. „Wir beobachten die Szene sehr genau und lassen uns von diesen Organisationen nicht blenden“, sagte Reul.

Vor einem Monat war bei einem Einsatz der 43-jährige frühere „Präsident“ der Osmanen Germania in Wuppertal von einem SEK-Beamten erschossen worden.

Die Rockergruppe steht nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Gruppierung vertrete türkisch-nationalistische und rechtsextremistische Positionen.

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