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Radiotag in Dorsten

Rea Garvey und David Pfeffer rockten das Sommer-Open-Air

DORSTEN Eingängiger Sound, tolle Performance: Rea Garvey war definitiv der absolute Höhepunkt beim Sommer-Open-Air in Dorsten. Und auch Top Acts wie Stefanie Heinzmann, Katzenjammer und David Pfeffer haben nicht weniger energiegeladen die Bühne gerockt. Die besten Momente vom großen Radiotag in Bildern.

Rea Garvey und David Pfeffer rockten das Sommer-Open-Air

Bei Rea Garvey war der Höhepunkt der Stimmung erreicht. Große Posen, eingängige Musik, beste Unterhaltung.

Die Menge tobt und jubelt. Und singt nochmal den Refrain mit. Rea hat mindestens ebenso viel Spaß wie die vielen Fans vor ihm. "God bless you, we love you", verabschiedet sich Garvey von ihnen. "Was für ein geiler Abschluss", sagt Jürgen Mayer. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Wir beenden damit unseren Live-Ticker.

Martina Marschan aus Essen ist platt, aber glücklich. "Ich habe drei Stunden vorne gestanden. War super." Während dessen spielt Rea Garvey noch mal "Can´t stand the silence". Die Stille werden die Konzertbesucher aber vermutlich dann doch nach seinem letzten Lied aushalten müssen.

 "Through the eyes of a child": Da gehen die Arme noch mal in die Höhe. Da braucht Rea auch gar nicht mehr fragen "Are you ready, Dorsten?". Der Chor aus tausenden Stimmen singt gerne mit.

Es ist etwas leerer geworden auf dem Zechengelände. Die Familien haben ihre Heimreise angetreten. Trotzdem haben die DRK-Helfer vor Garveys Auftritt noch mal literweise Wasser an die ersten Reihen ausgeschenkt, damit das Konzert für sie nicht mit dem Aufwachen im DRK-Zelt endet. Aber da es auch kühler geworden ist, scheint jetzt die Situation etwas entspannter als vor einigen Stunden. 

Jetzt bittet Rea Stefanie Heinzmann auf die Bühne. Ein Duett von zwei außergewöhnlichen Charakteren und Stimmen. Und heiser ist die Heinzmann noch lange nicht. 

Garvys Background-Sängerin hat übrigens die größten, pinken Wimpern, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Der Rest der Truppe, ausnahmslos bärtige Herren, sehen aus, als würden sie mit Rea in einer WG leben.

Der Mann weiß die großen Stadion-Posen einzusetzen. Ausgebreitete Arme, Publikumsansprache und eine sehr gute Band im Rücken. Wer schon mal im Berliner Olympia-Stadion in Berlin gespielt hat, der macht sich auch vor 20 000 nicht bange. 

Der Mann, auf den alle gewartet haben, steht jetzt auf der Bühne: Rea Garvey. Guter, druckvoller Sound - ganz ohne das zum Teil brutale Bass-Gelärme der Bands vor ihm. Geht doch! "Heute ist ein ganz besonderer Tag", sagt Rea: "Heute hat meine Tochter ihre Seepferdchen-Prüfung gehabt und bestanden." Da gratulieren wir natürlich ganz herzlich. "Can´t stand the silence" hat er schon gesungen, jetzt ist "Coulor me in" dran, das er seiner Tochter widmet. Da muss sogar die Security-Frau mitklatschen. 

Steffi Neu hat eine sensationelle Idee: "Jetzt tauschen wir mal die Positionen: Die, die bis jetzt vorne gestanden haben, gehen nach hinten. Die hinten gestanden haben, düfen nach vorne." Was das jetzt hier für ein Chaos anrichten würde, vermag sich wohl niemand vorzustellen.

Das war es schon. Kein "Take on me"? Schade. Steffi Neu und Jürgen Mayer fragen: "Wo sind den hier die Dorstener?" Tausende von Armen gehen in die Höhe. Jetzt warten alle auf Rea Garvey.

Wie wäre es denn jetzt mal mit ein paar a-ha-Klassikern? Also ich wäre bereit, die meisten hier wahrscheinlich auch. Na also, geht doch: "Foot of the mountain" - aber was ist mit den Tophits aus den 80ern?

Jetzt gehts doch noch mal etwas flotter zur Sache. Harket spielt seine neueste Single "Scared of Heights". Der Mann soll Angst vor Höhe haben? Merkt man seiner Stimme nun wirklich beim besten Willen nicht an.

Hatte ich heute Nachmittag David Pfeffer als "Chef-Kuscheler von Dorsten" bezeichnet? Dann haben wir hier gerade den Kuschel-Weltmeister aus Norwegen auf der Bühne. Was für eine Stimme... 

Wenn einer heute den Coolness-Preis abräumen wird, dann doch wohl der Herr, der gerade auf der Bühne steht. Morten Harket kommt mit Lederjacke - als wäre es nicht heiß genug -  und vollverspiegelter Sonnenbrille auf die Bühne. Das Gewinner-Lächeln auf dem Gesicht, das man wohl bekommt, wenn man 80 Millionen Schallplatten in seinem Leben verkauft hat. Mit Ansagen und ähnlichem Tamtam hält er sich gar nicht erst auf. Warum auch, wenn man so eine Stimme hat und immer noch so aussieht, mag man denken. Auch bei a-ha war er nie der große Showmaker, dafür hatte er seinen Gitarristen. Auch heute hat Harket noch drei Musiker mitgebracht. Schlagzeuger, Keyboarder und Gitarrist - und Kollege Sequenzer hilft fleißig mit. Jetzt spielen die vier "Stay on these roads", Arme werden geschwenkt, die Damenwelt ist verzückt. 

Jetzt kommt der Mann auf dei Bühne, dem wir diesen Tag zu verdanken haben: Bürgermeister Lambert Lütkenhorst. "Eine tolle Geschichte" sei das, was man hier heute erleben könne. Er dankt allen, die an diesem Tag mitgearbeitet haben.

Ein Festivalbesucher scheint ernsthaft verletzt worden zu sein. Er wurde zur Rettungswache gebracht, ein Rettungshubschrauber angefordert. Genaueres wissen wir noch nicht. 

Mit "Diggin´ in the dirt" beendet Stefanie Heinzmann ihr Set: Die Leute klatschen, Heinzmann herzt die Massen. "Ihr macht mich zum glücklichsten Menschen." 

Klasse Musiker hat die Heinzmann mitgebracht: Der Bassist funkt richtig gut, der Percussionist ist ein absoluter Show-Maker. An den Keyboards gibt es klasse Orgel-Soli zu hören: Musikerherz, was willst du mehr?

Dutzendweise wurden hier schon Leute vom DRK rausgetragen. Die Ersthelfer verteilen Wasser, ebenso wie die Dorstener Feuerwehr. Die haben den Ernst der Lage erkannt. Denn viele Leute sind mittlerweile regelrecht empört, wie schwer es ist, hier an etwas zu trinken zu kommen. Und es stehen ja noch ein paar Stunden Konzert aus. Glücklicherweise haben sich jetzt ein paar Wolken vor die Sonne geschoben - die Menge wird jetzt wenigstens nicht mehr so durchgebraten.

Wo nimmt diese zarte Person ihre Stimme her? Eine richtige Rockröhre hat Heinzmann, die sich auch noch durchsetzt, obwohl ihre Band superlaut ist. "Macht mal den Bass leiser", fordern die ersten Reihen.

Stefanie Heinzmann kommt mit mörderlautem Bass. Vor der Bühne fühlt sich das an wie eine Herzmassage. "My Man is a mean Man", "Unbreakable" und "No One" hat sie schon gesungen. Als weniger perfekt als ihre Musik entpuppt sich die Organisation dieses Festivals. Davor musste die Polizei gerade eine Gruppe von rund 50 Leute davon abhalten, das Gelände zu stürmen. Und an einem Getränkestadt gibt es nur noch Bier. Keine antialkoholischen Getränke mehr. Wohlgemerkt: Es ist 19.05 Uhr!

Das war ein wilder Ritt. Norwegens heißester Export muss jetzt noch eine Zugabe spielen. Äh, singen, denn die Damen erfüllen den Wunsch des Publikums mit einer A-Capella-Nummer. 19.000 Menschen sollen jetzt da sein, sagt Steffi Neu. Beim Sender hat man nun die Hörer aufgefordert, nicht mehr zum Konzert zu kommen. 

"An Tagen wie diese" streuen die Damen mal eben in ihre Performance rein. Was für eine verrückte Performance. Wieso ist so eine Truppe noch ein Geheimtipp?

Die Mädels von Katzenjammer rocken derweil weiter die Massen. Und beweisen dabei Mut für außergewöhnliche, schräge Klänge. Was die Keyboarderin gerade in die Tastatur gehämmert hat, war schon eine herrliche Kakophonie. Doch Sekunden später schwelgen die Damen wieder mit vierstimmigem Gesang in höheren Sphären. Vollblutmusikerinnen!

Am Gemeindedreieck staut sich der Verkehr, weil viele Verkehrsteilnehmer nicht begriffen haben, dass die Haltener Straße heute gesperrt ist. Wer also heute noch was anderes vor hat, als im Stau zu stehen, sollte den Bereich weiträumig umfahren. 

Mitarbeiter der Vestischen erzählen in den Shuttle-Bussen, dass das Gelände bereits voll sei. Eine dementsprechende Ansage gab es hier aber noch nicht.

Solveig Heilo wirft Wasserflaschen in die Menge. Es müssten aber noch geschätzt 16.000 mehr sein...

Erst mit Verspätung haben die vier Mädels von Katzenjammer die Bühne geentert. Schließlich mussten auch noch gefühlte 400 Instrumente aufgebaut werden. "Es ist heiß hier", sagt Solveig Heilo: "Das muss an euch liegen, Leute." Oder liegt es an den kurzen Röcken? Bei den "Hits" der Band wie "I will dance (when I walk away)" oder "Rock-Paper-Scissors" singen die Fans inbrünstig mit. Gute Show, tolle Stimmen - das ist schon klasse, was die Multiinstrumentalistinnen hier zeigen. Weniger klasse ist, wie die Getränkeversorgung läuft: Eine halbe Stunde Wartezeit muss man einrechnen, wenn man was zu trinken haben will. Und jetzt werden die ersten mit Kreislaufkollaps von den Ersthelfern aus der Menge gezogen. 

"I´m here" singt Pfeffer zum Abschied. Und jetzt ist er schon wieder weg. Zuvor macht er noch ein Bild mit dem Publikum im Rücken für das Poesiealbum. Und Steffi Neu fragt ihn, was er tun will, um nicht als Casting-Star wieder in der Versenkung verschwinden. Er sagt, dass er den Beweis antreten will, dass man mit guter Musik das Publikum überzeugen kann. 14.000 Leute sind laut Steffi Neu mittlerweile auf dem Zechengelände. Wer also noch kommen will, sollte sich beeilen. Denn bei 20.000 Leuten ist Schluss. Jetzt gibt´s noch die Toten Hosen vom Band mit "Tage wie diese": Der wohl passendste Song des Tages. 

Der Mann hat den Schmelz in der Stimme. Ballade um Ballade bringt Pfeffer zu Gehör. Klasse, wie gut er auch stimmlich mit dem Mann am Cajon harmoniert, der die Zweitstimme singt. Jetzt singt Pfeffer sogar noch über seine "Hometown". Intensiv, nachdenklich, melancholisch: Musik mit Tiefgang. Jetzt wird der letzte Song angesagt. "Genießt den Tag. Dorsten, das ist euer Tag", verabschiedet sich Pfeffer. 16.42 Uhr: "Hallo Heimat" ruft David Pfeffer, das nächste Dorstener Eigengewächs, das auf die Bühne darf. "Vor so vielen Leuten habe ich noch nie gespielt", sagt Pfeffer, der mit einem Percussionisten, Keyboarder und Streich-Terzett angetreten ist. Ruhige Songs wie "Piece by Piece" verleiten zwar eher zum Träumen, als zu Party-Machen. Dennoch gibt es viel Applaus, einige weibliche Fans schmelzen förmlich dahin. Und das liegt nicht an der prallen Sonne, die aufs Gelände scheint. Eines steht fest: Pfeffer ist der Chef-Kuscheler von Dorsten!

Moderatorin Steffi Neu ist tief beeinruckt: Vor allem, weil Linda auch Mathe im Leistungskurs hatte.

Von den Moderatoren wird die Band gelobt: "Die sind richtig gut", habe ein Kollege hinter der Bühne gesagt. Linda wird gefragt, wie es für sie war: "Das ist unglaublich geil." Heute hat die Sängerin "nebenbei" auch noch ihr Abizeugnis bekommen. Schnitt: 1,6. Mindestens so gut war auch der Auftritt!

Das war es schon. Linda sagt die letzte Nummer der Moekicks an. Soulig, groovige Musik hat die Band geboten und bekommt einen riesigen Applaus. Völlig zu Recht. Das war schon erstaunlich professionell. Zum Sound: Der ist direkt vor der Bühne schwer zu beurteilen. Denn hier knallen die Subwoofer-Bässe so heftig raus, dass es einem den Magen zusammendrückt. Vorsichtshalber verteilen die Security-Mitarbeiter vor der Bühne Ohrenstöpsel. Besser ist das!

Tausende jubeln, als die Moekicks die Bühne betreten. "Disco, Disco" singen die Musiker rund um Linda Poppenberg. Die strahlt über das ganze Gesicht, und wirkt seltsamerweise kein Stück nervös, obwohl hier bestimmt mehr Leute auf dem Platz stehen, als bei allen Moekicks-Konzerten zusammen. Und der Spaß überträgt sich auf Musiker und Publikum. "So viele Leute waren noch nie bei der ersten Band dabei", sagt die Moderatorin vom Sender. Und die muss es wissen. 

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