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Reaktion auf Mossul-Offensive: IS überfällt Kirkuk

Bagdad (dpa) Seit Montag läuft die Offensive auf die nordirakische IS-Hochburg Mossul. Die Operation setzt die Extremisten massiv unter Druck. Doch der IS wehrt sich mit Selbstmordattentaten, Schläferzellen und soll Zivilisten als menschliche Schutzschilde genommen haben.

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Irakische Soldaten auf dem Weg zur Front nahe Bartila, einer Stadt vor den Toren von Mossul. Foto: Amel Pain

Irakische Streitkräfte in der Nähe von Fallujah (Archivbild). 30 000 Kämpfer sollen sich für die Offensive im Umland von Mossul positioniert haben. Foto: Nawras Aamer

Im Visier eines britischen Kampfflugzeugs: Eine große Autobombe des IS Sekunden vor ihrer Zerstörung. Foto: Britisches Verteidigungsministerium

Irakische Sicherheitskräfte melden weitere Geländegewinne im Kampf um Mossul. Mossul ist die letzte Bastion des IS im Irak. Foto: Andrea Dicenzo

Flüchtlingskinder im Flüchtlingscamp Debaga zwischen Erbil und Mossul: Mehr als 500.000 Kinder und ihre Familien sind lauf Unicef in den kommenden Wochen wegen der Rückeroberung der Millionenstadt Mossul in großer Gefahr. Foto: Jens Kalaene

Flüchtlingscamp Debaga zwischen Erbil und Mossul. Im Hintergrund ist schwarzer Rauch einer brennenden Ölanlage zu sehen. Foto: Jens Kalaene

Kurdische Kämpfer an der Front im Irak. Foto: Ahmed Jalil

Als Reaktion auf die Mossul-Offensive haben Kämpfer der IS-Terrormiliz die nordirakische Stadt Kirkuk und ein Kraftwerk angegriffen und zahlreiche Menschen getötet. Sicherheitskräfte und Extremisten lieferten sich in Kirkuk über Stunden heftige Gefechte.

Zudem soll der Islamische Staat (IS) nach UN-Angaben hunderte Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" missbrauchen.

"Wir sind darüber sehr besorgt", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Rad al-Hussein am Freitag in Genf. Sein Büro habe entsprechende Informationen erhalten, nach denen mehrere hundert Familien nach Mossul gebracht worden seien, um die Offensive irakischer Sicherheitskräfte auf die IS-Hochburg aufzuhalten. "Wir wissen, dass der IS keinerlei Achtung vor dem menschlichen Leben hat", sagte Al-Hussein. "Daher muss die irakische Regierung alles in ihren Kräften stehende tun, um Zivilisten zu schützen."

Die Terrormiliz steht im Irak stark unter Druck, nachdem Armee, kurdische Peschmerga-Kämpfer und lokale Milizen am Montag eine Großoffensive auf deren Hochburg Mossul begonnen haben. Sie rückten am Mittwoch bis auf etwa 20 Kilometer an die Stadt heran. Mossul ist die letzte irakische IS-Bastion. Sollte die Stadt befreit werden, wäre die Miliz im Irak militärisch weitestgehend besiegt.

In der Stadt Kirkuk, süd-östlich von Mossul, lieferte sich der IS schwere Gefechte mit Sicherheitstruppen. IS-Schläferzellen hätten am Morgen in mehreren Vierteln Polizeistationen und andere Gebäude gestürmt, erklärten Provinzgouverneur Nadschim al-Din Karim und die Polizei. Allein bei einem Angriff auf ein Kraftwerk nahe Kirkuk starben 19 Menschen.

Nach Medienberichten begann der Angriff auf Kirkuk in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang. Demnach habe der IS dabei auch Selbstmordattentäter eingesetzt. Anwohner berichteten von Explosionen und Schüssen. Fernsehbilder zeigten Rauch über der Stadt und Schusswechsel in den Straßen. Aus Sicherheitsgründen waren alle Moscheen vorübergehend geschlossen worden, die Freitagsgebete seien abgesagt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Kirkuk und das Umland werden von den Kurden kontrolliert. Bekannt ist die Region vor allem wegen ihrer großen Öl-Vorkommen. Die kurdische Autonomieregierung im Nordirak und die Zentralregierung in Bagdad streiten sich seit langem darüber, wer die Hoheit über die Region erhält. Kurdische Peschmerga-Kämpfer rückten im Zuge des Kampfes gegen den IS in die Stadt ein und brachten sie unter Kontrolle.

Im Umland von Mossul ging die Militäroperation gegen den IS weiter. Die Angreifer bemühten sich weiter, den Ort Baschika nordöstlich der Großstadt unter Kontrolle zu bringen, wie es aus Kreisen der Peschmerga hieß. Der IS habe das Gebiet mit zahlreichen Minen versehen. Mehrere Peschmerga-Kämpfer seien getötet worden.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR meldete, bislang gebe es nur ein kleines Maß an Vertreibungen. Demnach flohen bisher rund 3900 Menschen aus Mossul und dem Umland. Hilfsorganisationen rechnen damit, dass durch die Offensive bis zu einer Millionen Menschen vertrieben werden könnten.

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