Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Registriert als IS-„Kämpfer“: Zwei Männer verurteilt

Düsseldorf. Zwei junge Männer aus NRW reisen in das IS-Gebiet und lassen sich als „Kämpfer“ registrieren. Lange halten sie es bei der Terrormiliz nicht aus. In Düsseldorf bekam einer der beiden nun eine Jugendhaftstrafe.

Registriert als IS-„Kämpfer“: Zwei Männer verurteilt

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv

Er war als „Kämpfer“ registriert und wollte gleich zweimal in das vom IS kontrollierte Gebiet: Ein 21-jähriger Mann aus Ennepetal ist wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu einer Jugendhaftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Ein mitangeklagter 26-Jähriger aus Hagen, der ebenfalls auf der IS-Liste stand, bekam in dem Prozess am Oberlandesgericht Düsseldorf am Mittwoch eine zweijährige Bewährungsstrafe. Er hatte sich beim Prozessauftakt vom IS distanziert. Die Anklage gründete im Wesentlichen auf seinen Aussagen.

Das härtere Strafmaß für den in Untersuchungshaft sitzenden 21-Jährigen begründete der Vorsitzende Richter Lars Bachler damit, dass der Mann nach einem kurzen Aufenthalt beim IS ein weiteres Mal von Deutschland nach Syrien reisen wollte. Er habe weiter an seiner „militant-dschihadistischen Einstellung“ festgehalten. Das Gericht blieb mit dem Urteil vier Monate unter der Forderung der Generalstaatsanwaltschaft.

Nach Überzeugung des Gerichts reisten beide Männer im Juni 2014 über die Türkei nach Syrien in das IS-Gebiet und ließen sich dort als „Kämpfer“ registrieren. Sie hätten auch einen Schwur geleistet. Bereits durch die Registrierung als Rekruten seien beide in die Terror-Organisation eingegliedert worden.

Nach nur einer Woche in einem IS-Ausbildungslager fassten die Männer jedoch den Entschluss, nach Deutschland zurückzukehren. Unter dem Vorwand, sie wollten heiraten, bekamen die beiden laut Gericht vom IS die Erlaubnis zur Ausreise. Im August 2015 habe der Hauptangeklagte sich allerdings dazu entschlossen, erneut und diesmal mit seiner Ehefrau in das vom IS kontrollierte Gebiet zu reisen. Dabei war er aber festgenommen worden. Dem 21-Jährigen wurde wegen des zweiten Versuchs auch die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat vorgeworfen.

Der 21-Jährige wuchs bei seinem Vater, einem offenbar radikalem Prediger auf. Durch ihn habe er schon in der Kindheit eine „dezidiert islamistische Prägung“ erhalten, sagte Bachler. Als Kind sei der jetzt Verurteilte mit seinem Vater in Moscheen und arabischen Ländern gewesen. „Die Hinwendung zum Salafismus beruht eher auf dem Einfluss des Vaters als auf einer autonomen Lebensplanung“, sagte Bachler. Der Vater habe interessierten Schülern auch Koran-Unterricht gegeben.

Darüber soll der Sohn Kontakt zur berüchtigten Millatu-Ibrahim-Moschee in Solingen bekommen haben, die seinerzeit in der Islamisten-Szene als Anlaufstelle galt. Auch der verurteilte 26-Jährige habe zunächst den Vater kennengelernt und erst später dessen Sohn. Beim Prozessauftakt hatte sich der Hagener vom Islamischen Staat distanziert und ausgesagt, er sei über Youtube-Videos von Pierre Vogel und Sven Lau zum radikalen Islam gekommen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

NRW

Polizei Essen sucht öffentlich nach Gewalttätern

Essen. Nachdem zwei junge Männer in der Essener Innenstadt einer 17-Jährigen eine Glasflasche auf den Kopf geschlagen haben, sucht die Polizei nun mit Fotos und einem Video nach den Tätern. Laut Polizei ereignete sich der Vorfall am vergangenen Freitag - mitten am Tag: Die beiden verfolgten das Mädchen bis zur U-Bahnhaltestelle Viehofer Platz und schlugen ihm laut Polizei „feige und hinterrücks“ die Flasche auf den Kopf.mehr...

NRW

88-Jährige stirbt bei Wohnungsbrand in Paderborn

Paderborn. Eine 88 Jahre alte Frau ist am Donnerstagnachmittag bei einem Wohnungsbrand in der Paderborner Innenstadt ums Leben gekommen. Gegen 15.20 Uhr sei das Feuer in einer Dachgeschosswohnung entdeckt worden, teilte die Polizei am Abend mit. Das Gebäude gehöre zu einem danebenliegenden Altenheim und diene dem betreuten Wohnen von insgesamt zehn Senioren. Während alle anderen Personen das Haus rechtzeitig verlassen konnten, sei für die 88-Jährige Bewohnerin jede Hilfe zu spät gekommen. Die Brandursache blieb zunächst unklar.mehr...

NRW

Familienvater transportiert Marihuana im Kinderwagen

Bonn. Ein junger Familienvater soll in Bonn in einem Kinderwagen Drogen transportiert haben. Der polizeibekannte 28-Jährige war mit seiner Frau und seinen beiden Kindern am Mittwochabend unterwegs, als Polizisten auf ihn aufmerksam wurden. Bei einer Personenkontrolle nahmen die Beamten den typischen Geruch von Marihuana wahr und entdeckten im unteren Kinderwagenfach einen Beutel mit 100 Gramm der Droge, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten weitere zehn Gramm. Der junge Mann wurde zunächst vorläufig festgenommen, mangels Haftgründen kam er dann am Donnerstag wieder frei. Das Jugendamt wurde über den Vorfall informiert.mehr...

NRW

Einigung im Rheinauhafen: Anlegepfähle für Binnenschiffer

Köln. Im Streit um das Festmachverbot im Kölner Rheinauhafen hat es eine Einigung gegeben: Die Binnenschiffer werden an Pfählen, die etwas vor der Kaimauer positioniert sind, anlegen können, teilte die Stadt Köln am Donnerstag mit. Eine Lösung für den Landgang habe man noch nicht gefunden. Bis die Anlegepfähle im innenstadtnahen Rheinauhafen gebaut sind, könnten betroffene Binnenschiffer im Hafen in Köln-Niehl anlegen, erklärte die Stadt.mehr...

NRW

Oberlandesgericht: Solinger Baby darf zurück zu den Eltern

Düsseldorf/Solingen. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat im Fall eines Solinger Babys angekündigt, die staatliche Inobhutnahme zu beenden. Der von seinen Eltern getrennte Säugling soll bald wieder bei seiner Familie sein, kündigte das Oberlandesgericht am Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung an. Das Gericht werde einen entsprechenden Beschluss fassen, teilte ein Sprecher mit.mehr...

NRW

Torwart Raphael Wolf bleibt bei Fortuna Düsseldorf

Düsseldorf. Torhüter Raphael Wolf hat seinen Vertrag bei Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf bis 2021 verlängert. Dies teilte der Verein am Donnerstag mit. Zuletzt hatte es Gerüchte über einen möglichen Wechsel Wolfs zum Hamburger SV gegeben.mehr...