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Ausstellung im Rathaus Nordkirchen

Reinhard Volmer entwirft Kunst am Computer

Nordkirchen Das Rathaus ist nun auch Ausstellungsort. Reinhard Volmer stellt dort Werke aus, die aus Mathematik, Formeln und am Computer entstanden sind. Trotzdem ist die Natur darin zu erkennen. Der Künstler hat seine einzigartige Technik erklärt.

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Reinhard Volmer macht auch Musik. Zur Ausstellungseröffnung spielte er mit Bernhard Well (l.) und Wolfang Olschewski (r.).

Foto: Jessica Hauck

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Die Muster lässt der Computer entstehen, bei den Farben hat Reinhard Volmer mehr Freiheiten

Foto: Jessica Hauck

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Viele Bekannte und Weggefährten kamen am Montag zur Ausstellungseröffnung im Rathaus.

Foto: Jessica Hauck

Hochhäuser, die sich gegenseitig stützen, Schleier, die ein Loch in der Wand verdecken, die Zellteilung und eine Hummel, die an einem Blatt hängt: All diese Formen können die Besucher des Rathauses in den Bildern von Reinhard Volmer erkennen. Dabei hat die Entstehung wenig mit Natur zu tun.

Reinhard Volmer ist Physiker und Mathematiker, hat jahrelang Informatik an der Fachhochschule in Münster gelehrt, war zehn Jahre lang Ratsmitglied in Nordkirchen. Die Kunst hat ihn aber schon als Kind interessiert. Nun hat er es zu seiner ersten Ausstellung gebracht. „Irreguläre Fraktale“ heißt sie, 13 meist großformatige Werke hängen seit gestern noch bis Mitte Juni im Rathaus.

Muster aus Formeln

Und die Entstehungsgeschichte von Volmers Kunst ist wohl ziemlich einzigartig im Umkreis. Zum ersten Mal habe er Fraktale Anfang der 90er-Jahre am Computer programmiert, erzählt Reinhard Volmer. Durch einen Fehler habe er seltsame Formen herausbekommen. Daran hat er sich im vergangenen Jahr erinnert – und das Ganze noch einmal mit Absicht gemacht. Volmer hat in monatelanger Arbeit ein Programm geschrieben, das ihm Formeln in Muster und Strukturen umwandelt. „Ich kann mir dabei vorher nicht aussuchen, welche Form das Ganze annehmen wird“, erzählt Volmer. Tausende Male hat er seinen Computer rechnen und Muster erstellen lassen. Wenn etwas herauskommt, das er für aufbewahrenswert hält, speichere er das Bild. „Ich war erstaunt, welche Vielfalt an Mustern sich ergibt“, sagt Volmer. Dafür rechne der Computer auch schon mal 24 Stunden lang.

Stundenlang ausprobiert

Mehr Einfluss auf die Werke hat der Nordkirchener bei der Farbgestaltung. Da habe er „probiert und probiert, stundenlang“, erzählt Reinhard Volmer. Bis die Farben ihm schließlich passten. So wirkt das eine Muster dann wie zwei blaue Hochhäuser, die sich aneinander lehnen. Auf dem anderen Werk erinnern die rundlichen Formen in Gelb und Schwarz mit den orangefarbenen Flügeln an Hummeln auf einer Wiese. Auch Karamell in der Pfanne oder Lava-Eruptionen eines Vulkans lassen sich aus Volmers Bildern lesen.

Wenn seine Kunst nicht am Computer entsteht, malt Volmer in Acryl oder Aquarelle. Die Computer-Kunst allerdings hat der 72-jährige Nordkirchener mit genauen Entstehungsdaten versehen. Auch mit der Uhrzeit. Dabei handelt es sich bei einem Bild, das um 20 Uhr entstand, eher um ein „frühes Werk“. Die meisten sind um Mitternacht oder danach entstanden. Da wird der Ruheständler kreativ. Wer ihn wegen seiner Kunst kontaktieren wolle, möge dies aber erst ab 11 Uhr morgens tun, bittet Reinhard Volmer bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus.

Mehr Material

Wenn es nach Reinhard Volmer geht, ist seine Heimatgemeinde die erste Station seiner computergenerierten Kunst. Weitere Ausstellungen sollen folgen. Über 1000 Muster hat er schließlich noch gespeichert. Wenn er mal Zeit hat, will er sie durchsehen, sagt Reinhard Volmer. Vielleicht verbergen sich noch mehr Tiere, Architektur oder Vulkane hinter den umgewandelten Formeln.

Die Ausstellung im Rathaus

  • Die Ausstellung ist bis zum 22. Juni im Rathaus zu sehen. Die Bilder hängen im Erdgeschoss und im 1. Stock.
  • Die Öffnungszeiten sind montags bis mittwochs, 8 bis 16 Uhr, donnerstags 7 bis 17 Uhr und freitags 8 bis 13 Uhr.

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