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"Reise ins Kanzleramt" reizt Lachmuskeln

Satirisches Duell

Welch´ seltene Eintracht: Friedlich reiten „Angie und Peer“ im Dressur-Parcours nebeneinander und liefern sich "das letzte Duell". Die gleichnamige Wahlkampf-Tour von "WDR 2 - Lachen live" macht es möglich. Sie liefert bei der "Reise ins Kanzleramt" eine glänzende Persiflage auf beide Spitzenkandidaten.

WITTEN

von Von Dietmar Bock

, 16.09.2013
"Reise ins Kanzleramt" reizt Lachmuskeln

Reiten Angie (Maria Grund-Scholer) und Peer (Uli Winters) am Ende sogar noch gemeinsam für Deutschland? Im Saalbau zumindest klappte das schon ganz gut.

Maria Grund-Scholer als Kanzlerin Merkel und Uli Winters als Herausforderer Steinbrück liefern sich unter der facettenreichen, komischen Moderation von René Steinberg ein beinahe liebevoll satirisches Duell, das dem Titel der Sendung „Lachen live“ voll und ganz gerecht wird. Die Gäste im Theatersaal danken es mit anhaltendem Lachen und Szenenapplaus und verlangen dem kongenial spielenden Trio zwei Zugaben ab. Und haben nun die Wahl der Qual. Wählt man „Pannen-Peer, den Prinz Placebo“ oder „Mutti, die schöne Teflonpfanne“, was nach zwei Stunden bester kabarettistischer Unterhaltung schwer ist. Eine/n klare/n Sieger/in gibt es - gemessen am Lach-Barometer - nicht.

Auf der einen Seite kämpft der mit roten Boxhandschuhen („Wurde mir empfohlen, um unnatürliche Fingerbewegungen zu vermeiden“) antretende, überheblich wirkende Herausforderer („Ich reiche mir selbst das Wasser alleine“). In der anderen, schwarzen Ecke ist die Titelverteidigerin („Der sterbende Stützstrumpf des Euro“) mit dem Hobby „Pfahlsitzen“ und dem „Hufeisen unter der Nase, auch Mundwinkel genannt“. Sie bekommt man aber nicht alleine. Mit ihr traben auch „Crazy Horst, der auf Feind und Freund schießt, und ein halbwüchsiger Asiate, der selbst tote Gäule über die 5 Prozent-Hürde reitet.“

Einen ganz besonderen Galopp legen beide beim Streitgespräch hin. Da ist ihnen keine Hürde zu hoch. Wie auch beim musikalischen Ritt durch die Wüste bei einer stimmungsvollen Geräuschkulisse. Moderator Steinberg wirft zudem Blicke in die zweite Reihe, wo mit Ronald Pofalla und Andreas Nahles zwei herausragende, aber nicht gewürdigte Kabarett-Stars auf ihre Entdeckung warten. Der Moderator bringt da ungeahnte Talente hervor. Ob Pofalla-Rap oder „größtmöglicher Fremdschäm-Faktor“, Steinberg karikiert und parodiert sie alle glänzend. Wie auch Til Schweiger, Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg, die er treffsicher als „phonetisch bunten Triptychon der Extraklasse“ anpreist. Da bleibt kein Auge trocken.