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Renault Kadjar: Beau für Boulevard und Buckelpiste

Berlin (dpa-infocom) Besser spät, als nie. Nach dem Motto bringt Renault einen kompakten Geländewagen gegen VW Tiguan und Co. in Stellung. Weil in der Klasse schon alles erfunden ist und er vom Nissan Qashqai abgeleitet wurde, bietet der Nachzügler kaum Innovationen. Dafür sieht er gut aus.

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Der Renault Kadjar ist der Schönling unter den SUVs. Ab Ende Juni steht er bei den Händlern. Foto: Renault

Mit den neuen Geländewagen kann man sich sehen lassen. Er wirkt elegant, sportlich und robust. Foto: Renault

Nicht nur von außen sieht der Kadjar gut aus, auch der Innenraum kann sich sehen lassen. Auffallend ist der sehr hohe, ausladende Mitteltunnel. Vom Fahrersitz aus blickt man in ein digitalisiertes Cockpit. Foto: Renault

Ansonsten unterscheidet sich der Renault kaum von anderen Modellen seiner Klasse. Das beginnt bei der Ausstattung und endet bei den Motoren. Foto: Renault

Bei den Motoren können Kunden zwischen einem Benziner mit 96 kW/130 PS und zwei Dieseln mit 1,5 bzw. 1,6 Litern wählen. Der kleinere kommt auf 81 kW/110 PS, der stärkere auf 96 kW/130 PS. Foto: Renault

Bei der Ausstattung punktet der Kadjar mit den LED-Scheinwerfern. Der Spurverlassenswarner, die Verkehrszeichenerkennung, automatische Abstandsregelung und der Notbremsassistent sind aber schon Usus. Foto: Renault

Renault erfreut sich am SUV. Der große Koleos war zwar ein Flop. Doch der kleine Captur ist so erfolgreich, dass es die Franzosen jetzt in der Klasse darüber noch mal versuchen wollen. Dort, wo die Musik auf dem Markt am lautesten spielt, bringen sie Ende Juni ab 19 990 Euro den Kadjar an den Start.

Eine Neuheit, die keine ist

So richtig neu ist diese Neuheit nicht - selbst wenn sie Renault zurecht als wichtige Premiere feiert. Denn unter dem Blech steckt die bewährte Technik des Allianz-Partners Nissan, der auf dieser Plattform das Erfolgsmodell Qashqai konstruiert hat. Jedoch kann man noch so genau hinschauen: Bis auf das Format wird man keine Gemeinsamkeiten mehr sehen. Denn Renault hat den Nachzügler komplett neu eingekleidet und dabei eines der schönsten Autos in dieser Klasse geformt: Organisch und elegant, sportlich und robust, aber kein bisschen aggressiv oder arrogant gibt der Kadjar den Beau für Boulevard und Buckelpiste. So lässt er deutsche Konkurrenten wie den VW Tiguan buchstäblich alt aussehen.

Auch innen gehen die Franzosen eigene Wege und haben den Wagen komplett neu möbliert. Vorn sitzt man neben einem sehr hohen, ausladenden Mitteltunnel und blickt in ein voll digitalisiertes Cockpit, neben dem ein großer Touchscreen prangt. Beides kann man vergleichsweise individuell programmieren und nicht nur verschiedene Farben, sondern auch unterschiedliche Designs wählen. Das hat keinen tieferen Sinn, ist aber eine nette Spielerei, die sonst kein anderer bietet. Und irgendetwas muss man sich ja einfallen lassen, wenn man schon so spät an den Start geht.

Durchschnittliche Platzverhältnisse

Ansonsten ist es für den Kadjar keine leichte Übung, sich vom Segment abzusetzen. Die Platzverhältnisse sind erstens klassenüblich und zweitens auch noch vergleichsweise ungerecht verteilt: Während man in der ersten Reihe prima sitzt und in dem mit einem variablen Ladeboden geschickt unterteilbaren Kofferraum jede Menge verstauen kann, ist der Komfort auf der Rückbank allenfalls durchschnittlich. Erwachsenen jedenfalls macht man keine Freude.

Auch bei der Ausstattung gibt es bis auf die noch immer relativ seltenen LED-Scheinwerfer wenig Besonderheiten. Für Renault ist das Paket aus Spurverlassenswarner, Verkehrszeichenerkennung, automatischer Abstandsregelung und Notbremsassistent noch immer etwas Neues. Aber in dieser Klasse ist es nicht zuletzt dank des Nissan Qashqai gang und gäbe. Manchmal liegen Fluch und Segen bei der Verwandtschaft eng beisammen.

Schrumpfkur für die Motoren

Das gilt auch für die Motoren. Genau wie Nissan beim Qashqai setzt Renault beim Kadjar auf radikales Downsizing. Der vorerst einzige Benziner kommt zwar auf 96 kW/130 PS, hat aber nur 1,2 Liter Hubraum. Auch die beiden Diesel müssen sich mit 1,5 bzw. 1,6 Litern bescheiden. Der kleinere schöpft daraus 81 kW/110 PS, der stärkere immerhin 96 kW/130 PS. Zusammen mit einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmeter reicht das zwar für einen soliden Antritt und zum bequemen Mitschwimmen auf der Autobahn. Denn immerhin schafft der Kadjar den Spurt von 0 auf 100 km/h in 10,5 Sekunden und erreicht mit ein bisschen Geduld ein Spitzentempo von 190 km/h. Aber so richtig souverän motorisiert fühlt man sich damit nicht. In einer Fahrzeuggattung, in der sich alles um das «Ich könnte, wenn ich wollte» dreht, würde man sich da bisweilen etwas mehr Mumm wünschen.

Aber genau wie Renault unter den kleinen Allianz-Motoren leidet, profitieren die Franzosen im Gegenzug von der Allrad-Kompetenz der japanischen Schwester. Anders als den Captur kann man den Kadjar zumindest in der Top-Version und für 2000 Euro Aufpreis auch als 4x4 bestellen und mit einem Drehschalter auf der Mittelkonsole die Kraftverteilung regeln. Im Sommer fährt man spritsparend mit Frontantrieb, im Frühling und im Herbst überlässt man der Automatik die Entscheidung. Und wenn es schneit oder man in den Schlamm will, dann schaltet man vorab in den 4x4-Modus.

Fazit: Nicht selten, aber schön

Kein Segment ist so dicht besetzt, wie das der kompakten Geländewagen. Der Renault ist deshalb nur ein Auto unter vielen und für den Markt allemal verzichtbar. Aber es gibt auch keine andere Fahrzeugklasse, mit derart rosigen Aussichten. Deshalb ist die Marke gut beraten, sich dort noch zu engagieren. Zumindest mit dem Design haben die Franzosen eine Alleinstellung geschafft. Dieses SUV ist nicht selten, aber es ist wenigstens schön.

Datenblatt: RenaultKadjardCi1304x4

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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