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Retter Prasnikar: Bin kein Anti-Klinsmann

Cottbus (dpa) In Cottbus hat er schon nach elf Monaten Kult-Status, mit einem weiteren «Lausitzer Wunder» würde Bojan Prasnikar wohl sogar Denkmal «Ede» Geyer vom Sockel stoßen.

Retter Prasnikar: Bin kein Anti-Klinsmann

Cottbus-Coach Bojan Prasnikar schaut sich ein Spiel seiner Mannschaft an.

«Ich bin sehr stolz, das war nicht so einfach. Aber wir wollen den Klassenerhalt wiederholen», betonte der 55-jährige Slowene vor dem Start seines FC Energie in ein weiteres Abenteuer-Jahr Fußball-Bundesliga. Prasnikar muss erneut das Kunststück fertig bringen, aus einer Ansammlung von Profis aus 15 vorwiegend osteuropäischen Ländern, die andere deutsche Erstligisten nicht wollen, ein konkurrenzfähiges Team zu formen.

Dass den einstigen Schuldirektor dabei das Klischee begleitet, vor allem ein harter Trainer alten Schlages zu sein, will der Chefcoach selbst nicht geltenlassen: Er sein kein Anti-Klinsmann, der sich neuen Methoden und Ideen verschließt, betonte Prasnikar in einem dpa-Gespräch. «Das ist weit weg von der Wirklichkeit. Ich habe auch seit Jahren eine Idee. Aber ich muss sehen, in welchem Verein und Umfeld ich bin», sagte der einstige slowenische Nationaltrainer zum ihm anhaftenden Vorurteil. In seiner Heimat war er in einer Experten-Gruppe, die sich vor allem mit den neuen körperlichen Anforderungen im Profifußball beschäftigte.

«Er ist ein Taktikfuchs, arbeitet an Kleinigkeiten mit unglaublicher Detail-Verliebtheit. Er greift in jedes Training ein. Und obwohl das viel Kraft kostet, zieht er das durch», charakterisierte Manager Steffen Heidrich den wichtigsten Energie- Angestellten. Prasnikar, der in der Vorbereitung seine Multi-Kulti- Truppe so hart rannahm wie kaum ein anderer im Profifußball, ist nicht nur der Schleifer, der mehr als zwei Stunden trainieren lässt.

«Sofort» würde Prasnikar mit einem System und Spezialisten arbeiten, wie sie Jürgen Klinsmann beim FC Bayern hat. «Das ist sicher eine sehr große Hilfe für den Trainer. Aber da kommen wir sofort in einen Konflikt. Dieser neue Prozess ist gut und schön, aber er braucht Geld. So ein Projekt mit vielen verschiedenen Leuten ist für kleine Vereine doch schwieriger.» Der Cottbus-Retter des vergangenen Frühjahrs bezieht Ideen auch aus anderen Bereichen. «Ich war auf der Fakultät in Ljubljana, habe verschiedene Sportarten wie Basketball, Handball, Volleyball und Leichtathletik studiert», sagte Prasnikar und ergänzte: «Ich bin sehr konzentriert auf neue Sachen.»

Prasnikar hob vor dem Liga-Start zu Hause gegen Aufsteiger 1899 Hoffenheim hervor: «Mein Konzept basiert darauf, was im Moment wichtig ist.» Und da gilt zuerst: «Wir müssen ohne Angst spielen.» Ob der Gegner mehr investieren konnte oder mit einem großen Trainerstab arbeitet, ist für den Energie-Coach unwichtig, wenn der Ball rollt: «Im Spiel geht es immer Elf gegen Elf.»

Einen katastrophalen Saison-Fehlstart wie im Vorjahr, als Petrik Sander trotz zuvor geschafftem Klassenverbleib den Job verlor, soll es diesmal auf keinen Fall geben. Schon jetzt hat Energie-Präsident Ulrich Lepsch seinem Trainer eine Job-Garantie ausgestellt, die Prasnikar eigentlich gar nicht braucht: «Es ist schwer zu sagen, was diese Garantie bedeutet. Ich bin überzeugt von meiner Arbeit. Ein Spiel ist nicht wichtig. Wichtig ist, was am Ende ist.»

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