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Richter bleiben hart: Gefängnis für Ex-Jugendwart

Landgericht Bochum

Es bleibt dabei: Nach einem unfassbaren Kinderporno-Skandal muss der ehemalige Tischtennis-Jugendwart des ETSV Witten ins Gefängnis. Der 44-Jährige hat seine Berufung am Freitag wegen Aussichtslosigkeit zurückgenommen. Damit stehen ihm nun insgesamt dreieinhalb Jahre Haft bevor.

BOCHUM/WITTEN

von Von Jörn Hartwich

, 18.05.2012

Es war kurz nach zehn Uhr, als der bullige Angeklagte auf der Anklagebank des Bochumer Landgerichts Platz nahm. Kurz darauf wurde bekannt, dass es schon wieder eine Wohnungsdurchsuchung gegeben hat, bei der erneut kinderpornographische CDs und DVDs gefunden wurden. Es war die dritte Durchsuchung in knapp zwei Jahren. „Das schlägt dem Fass ja wohl den Boden aus“, sagte Staatsanwältin Sabine Wenzel. Und auch Richter Gerd Riechert zeigte sich entsetzt: „So etwas Gravierendes habe ich noch nicht erlebt.“

Der Ex-Tischtenniswart war im Juni 2011 das erste Mal verurteilt worden – zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Weil er jedoch sofort weitermachte, gab es im Februar 2012 den nächsten Prozess. Diesmal griff das Schöffengericht hart durch: zweieinhalb Jahre Gefängnis. Der 44-Jährige hatte zwar noch gehofft, dass die Berufungsrichter in Bochum Milde walten lassen, doch genau das ist nicht passiert. Richter Riechert: „Sie werden verurteilt und machen einfach weiter – das haut nicht hin.“ Die letzte Wohnungsdurchsuchung fand am 6. März statt, und damit rund einen Monat nach der zweiten Verurteilung in Witten.

Um eine Therapie will sich der Ex-Jugendbetreuer zwar inzwischen gekümmert haben, vorzuweisen hatte er am Freitag jedoch nichts. Jetzt muss er nicht nur die zweieinhalb Jahre aus dem letzten Urteil absitzen, auch die Bewährung für das erste Urteil wird widerrufen.Bei dem Angeklagten waren tausende Bilder und Videos gefunden worden, auf denen kleine Kinder sexuell gequält und missbraucht wurden. Teilweise waren die vier- bis sechsjährigen Kinder sogar gefesselt. Der 44-Jährige hatte die Fotos und Filme nicht nur aus dem Internet herunter geladen, sondern auch in Tauschbörsen weiterverbreitet. Oft wurden die von ihm angebotenen Dateien von anderen Nutzern mehrere tausend Mal angefragt.