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Erpressung eines Behinderten

Richter spricht von „absolut verachtenswerter Tat“

Düsseldorf Ein 46-Jähriger erpresst rund 11.000 Euro von seinem geistig behinderten Arbeitskollegen – und treibt sein Opfer fast in den Selbstmord. Mit deutlichen Worten schickt der Richter den Angeklagten ins Gefängnis.

Richter spricht von „absolut verachtenswerter Tat“

Ein 46-jähriger Düsseldorfer muss ins Gefängnis, weil er einen behinderten Arbeitskollegen erpresst hat. Foto: dpa

Weil er einen behinderten Arbeitskollegen erpresst hat, ist ein Düsseldorfer zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Staatsanwalt hatte eine zweijährige Bewährungsstrafe für den 46-Jährigen beantragt, doch dies hielt der Richter in diesem Fall für deutlich zu milde: Es handele sich um eine „absolut verachtenswerte Tat“. Der Erpresser habe schamlos ausgenutzt, dass das Opfer leicht zu beeinflussen sei.

Der 46-Jährige hatte von dem geistig eingeschränkten Arbeitskollegen über einen längeren Zeitraum rund 11.000 Euro erpresst. Das Opfer sei dabei fast in den Selbstmord getrieben worden und nun völlig verschuldet, der Angeklagte habe sich um die Wiedergutmachung des Schadens bislang nicht gekümmert, kritisierte der Richter.

Der Erpresser hatte die Vorwürfe gestanden: Er habe dringend Geld gebraucht, weil sich seine heroinabhängige Freundin sonst hätte prostituieren müssen. Außerdem verwies er auf eine schwere Kindheit, in der er sexuell missbraucht und ebenfalls erpresst worden sei.

Stillschweigen über vermeintliche Sexualstraftat nur gegen Geld

Das Opfer, ein geistig eingeschränkter und sehbehinderter 60-Jähriger, hatte seinen Arm auf die Schulter einer Kollegin gelegt. Der 46-Jährige hatte ihm daraufhin weisgemacht, dass dies eine schwere Sexualstraftat darstelle.

Nur gegen Zahlung von 3000 Euro gehe er nicht zur Polizei. Anschließend soll er mit weiteren Drohungen regelmäßig kleinere Beträge erpresst haben, die sich auf rund 8000 Euro summierten. Er soll dem Opfer dafür auch gedroht haben, ihm Rocker auf den Hals zu hetzen.

Geschädigter: „Ich dachte, er sei mein Freund“

Der Fall war ans Licht gekommen, als der 60-Jährige, bereits hoch verschuldet, seinen Chef in einer Spedition um einen Vorschuss bat und sich ihm schließlich offenbarte. Der hatte schließlich dazu geraten, die Polizei einzuschalten.

Der 60-Jährige sagte am Donnerstag als Zeuge aus: „Ich sollte eine Frau vergewaltigt haben. Ich dachte, er sei mein Freund.“ Wegen 22 Fällen von Erpressung und räuberischer Erpressung wurde der 46-Jährige schuldig gesprochen. Seine Verteidigerin kündigte Rechtsmittel gegen die Entscheidung an.

dpa

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